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Septembexkursionen ::: no moor / Presseler Heidewaldmoorgebiet

»keine gewöhnliche Insel … ein Ort mit merkwürdigen Eigenschaften. Wer dort ankommt wandert allezeit allein durch Wald und Feld und trifft nie eine Menschenseele. In einer Mondnacht oder kurz vor einem Gewitter mag er gelegentlich ahnen, dass er Nachbarn hat. An den meisten Tagen aber erlebt es jeder Wanderer so, als sei er der Einzige. …«

»Seltsam war das – als kehrte ich an den Schauplatz eines früheren Lebens zurück. … Kann es sein dass ich als kleiner Junge hier war, zu jung, um zu wissen, wo ich bin, aber alt genug, um diese Bilder zu behalten? Die Bäume und das Moor hier, sogar der Himmel scheinen an irgendeiner versunkenen Erinnerung zu rütteln.«

(Kazuo Ishiguro, Der begrabene Riese)

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Septembexkursionen ::: suedwald see sheep

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PGI Expeditionsbericht ::: Storchsternschwalbenvoll in Gülpe

Der Weg. Scheeler Blick auf Cirruswolken, verfliegen nächtens immer!, Göritz, Görtzke, Wörter gülpisieren, Backstein, grünes flaches Land, Wolkengespinste. Gülpe. Verwinkelt und gehegt, Katzen, linkerhand Bauernhof, Kindheitserinnersduft, rechts Sportplatz voller Skabiosen, in Bäumen über, unter und durch zwitschernde Jungrauchschwalben, Himmel von Rauchschwalbeneltern & Staren durchpflügt. Kühe, Kinder, Katzen, Zelt aufbauen, Gülpe erkunden, Kirchturm mit Storch, ohne Züffernblatt, zeitlos, dünne Katzen, Hühner, Tauben, immer noch Wolken, an die Havel, Kuhweiden, grüne Ruderalbekannte, Schafgarbe, Sauerampfer, Rainfarn, Ackerwinden, Vogelknöterich, und das bisher nur auf Bildern gesehene Gänsefingerkraut, nah am Fluss Nachtkerzen! Geruch vanillig/zimtig, später am Schilfpfad ein kleiner brauner Frosch, über der Havel weitere Rauchschwalben, im Schilf kleine mopsige stets hüpfende und springende Piepmätze die schwer fokussierbar und somit kaum bestimmbar sind, vielleicht Schilfrohrsänger, Informationstafel, Begrenzung auf muskelbetriebene Wasserfahrzeuge, außerdem hie und da ein Raubvogel in der Luft, zurück, am leeren Storchennest und am nicht leeren Biwakplatz vorbei, das worüber Gülpe nicht gerne spricht scheint harmlos, entzieht sich aber subtil der direkten Wahrnehmung, weitere pittoreske Häuser und Gehöfte, Zimmer voller Bücherregale, eine Bank mit Beinen aus geholzdrechselten Büchern, politische Graffitis vergessenen Inhalts, vorbei an der schwer trächtigen garfieldfarbenen Schmusekatze, zurück am Sportplatz zusammensuchen des wissenschaftlichen Instrumentariums und verlassen des Ortes gen Paray, die Dämmerung wird dunkler, leuchtende Nachtwolken, Tagvögel verstillen langsam, Fledermäuse auf Kollisionskurs, observativer Platz auf freiem Feld, warten auf Klarsicht, vorbeizüngelndes Fahrrad, Mars, Baum, Autos, Stille, plötzlicher rumsender Einschlag zwei Meter hinter uns, eine überflatternde Fledermaus, Beutetierfang?, wilde Bären?, hochschrecken, Taschenlampenblick, mehr und mehr Sterne werden sichtbar, kurze Polarstern-Desorientierung, es ist Wega aus der Leier, am Sternrad drehen, rotes Taschenlampenlicht, klamm, kalt, die Taschenlampe noch kälter, wenig erfolgreiche Fotodokumentationsversuche (Sterne sehr vergülpt), der Wagen wird endlich korrekt zugeordnet, Polarstern identifiziert, Kassiopeia, von Wega aus das Sommerdreieck aus Deneb und Atair, und mit jedem neuen immer verkühlteren Griff zur Sternscheibe neue Konstellationen gepaukt, der Adler schließlich viel besser als Rochen bezeichnet, Pegasus vielleicht, Herkules, Delphin, ein Teil des Schwans, immer wieder von vorne Uhrzeit einstellen, einsüden, anleuchten, orientieren, aufsagen, Wagen, Polarstern, Kassiopeia, Sommerdreieck, und irgendwann zumindest als feiner Schleier, die Milchstraße, und lang nachglühende, nachgülpende, Sternschnuppen … den Blick aus den Sternen aufsaugen, etwas in sich aufbewahren, erinnern an andere Sternenhimmel, irgendwann wirkt die Dämmerung, ein kurzer Kameragang aus dem Dorf, Muhen, Bauer mit Fütterungsbagger rumort, Nebel, über den Weiden, malerisch, verwunschen, wegnicken im Zelt, wach werden, ein vielstimmig brausender Vogelchor aus den Bäumen erwacht … und verstummt, rauskrabbeln, frühstücken, der Kollege berichtet vom Nebel über dem Fluss und zeigt Kormoranbilder, später Kormoranschwärme und beim Überfliegen fällt auf wie sie nur mit den Flügelspitzen leicht wippen, noch einmal an die Havel und durchs Dorf, Falter, Rauchschwalben auf den Dächern nur durchs Landen zu sehen, Katzen, die Sonne sticht mehr und mehr, Getränkevorräte verrinnen, Abschied vom Schilf, zu diversifizierende Wolkenformationen, Schleier, aber auch in den niedrigen farblos leuchtenden Wolkenbänken dunklere Areale, aufgeribbelt, getupft, verwischt, Halt am Gülpener See, Wildgänse, Wald, weiter, Badesee in Wassersuppe, grüner Schleimteppich (cyanobakteriell). Heimweg, gleißendem Wolkenhimmel, lentikulare Untertassen. Gülpifiziert. Reserveenergie verbraucht. Nachti Nachti!

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Fotorunde ::: Südwald–See

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federnlesen ::: vernehmen, wiedererkennen, verbinden

»Das Schöne am Vögelbeobachten … ist für mich das Wiedererkennen. Das Sichten von vertrauten Farben, Formen, und Bewegungsmustern, das Vernehmen von Stimmen, mit denen sich sofort ein Name verbindet.«

»Beim Beobachten, ob mit Augen oder Ohren, lenkt man ja die eigene Aufmerksamkeit zwangsläufig nach außen, weg von den eigenen Befindlichkeiten hin zu dem, was gerade neben dem Weg singt oder aus dem nächsten Busch auffliegt. Man ist, auf wunderbare Weise ganz bei sich und doch völlig woanders …«

(Johanna Romberg, Federnlesen — Vom Glück Vögel zu beobachten)

… die Namen aller Wesen zu kennen ist wichtig. Wie vom Wind natürlich …

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vokabulaves ::: schrillen

Apus Apus arrived!

Mauersegler (Apus apus), Famile der Segler (Apus). Nicht näher mit den Schwalben (Hirundinidae, Ordnung Sperlingsvögel (Passeriformes), Unterordnung Singvögel (Passeres)) verwandt. Konvergente Evolution.

»im Altholländischen wird er Ghierswalwe genannt, nach dem vergessenen Verb gieren, das ›schrill schreien‹ bedeutet.«

(Peter Krauss, Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er?)

… ich biete dazu: das pfeilschnelle Schrillen der Mauersegler

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vokabulaves ::: grüner schwunsch

Grünfink (Chloris chloris, Syn.: Carduelis chloris), Unterfamilie: Stieglitzartige (Carduelinae)

»der Kreischlaut heißt der Schwunsch. Häufig zu hören. … Er klingt als ob zwei unsaubere Töne miteinander in gleicher Spannung auf- und abwärtsziehen. … quetschen, krächzen, kreischen, schnarren, knätschen«

(Peter Krauss, Singt der Vogel, ruft er oder schlägt er?)

… ich biete weiter: rätschen, knärzen

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Zoorunde ::: ausfedern

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Fotorunde ::: Parkspaziergang

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plantasjen ::: meisen

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thoreauvian ::: im unaufschließbaren innern von mensch und vogel

»Manche Fragen, die mir gestellt werden, sind so, als würde ich einen Vogel fragen, was er tun wird, wenn er sein Nest gebaut hat und seine Brut großgezogen ist.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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Fotorunde ::: Ducks on Ice

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Fotorunde ::: später neusee

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Fotorunde ::: be cossi — das Wasser ist gar nicht mehr so nass

Natursichtungen, diverse Hymenopterae, fliegend und summsend, ein sich wie irre abrudernder Turmfalke im Flutbecken, Herr Lampe und ich erschrecken uns gegenseitig, Schafe von weitem, Schwäne, etwas beinahe Haubentaucherartiges, diverse Enten und Blesshühner, Libellen, Baumfreunde, Hecken, Sträucher, Gräser.

Und immerzu der Wind, bis er am Nordufer Meeresstärke anfacht, pfeifend, Haar und Federn zerfleddernd, dazu das Licht, der Steg, die Blumen vor dem Wasserhintergrund leuchtend, Erinnerungen an die Insel bei Oslo und später das Wildschweingehege, an der Lauer vorbei, Zypressen, und im Wald, das Spiel von Schatten und Licht. Ein wie wundervollvoller Tag. Und selbst eine plötzlich im Sitzen herabgestiegene Anhöhe, vom Zufall erwählt, ein so schöner Ort um einfach mal kurz da sitzen zu bleiben …

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Nachhauseweg, ein flügeliges Objekt gleitet weit oben über den imposant mit ausgefransten und gefächerten Wolkenmassen verschlierten. Nach kurzer Überlegung erkenne ich dass es ein Flugzeugvogel ist.

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PGI Expeditionsbericht & Trivialnotizen | España del Norte | 18. bis 28. September

Keine Postkarten! Keine Bilder.

In den Bergen

Nach dem Abend auf dem temporären Anwesen des Dons (ein Willkommensschild wies uns den Weg) werden wir von unserer Unterkunft in Twin-Peaks-Hotel-Atmosphäre überrascht. Blockhütten, überall Nadelbäume, und diese Stille! Diese hervorragende Stille!

Der sonnige Morgen wird von spanischen Vögeln vor dem Fenster betrillert. Im Baum erspäht und erkannt werden beispielsweise Blaumeisen (el herrerillo común; Cyanistes caeruleus, Syn. Parus caeruleus) mit ausgeprägt spanischem Akzent. Ein mit tieflangem Aufseufzen jaulender Vogel wird nur im Wegfliegen gesehen und verbleibt bis zur Abreise unidentifiziert. Sein volltönend pfeifender Ton ist nur vereinzelt über die Hecken zu hören, was eine Sichtung verhindert. Nachdem ich nun wieder zuhause das komplette Vogelstimmenbuch durchhört habe, kommen einzelne Grünspechtrufe dem Klang am nächsten, auch wenn der Abstand der Rufe zueinander viel vereinzelter war.

Tagsüber Spaziergänge über das Anwesen. Auch schon auf dem Weg dorthin, ein sich Sattsehen an der zwar bekannten aber doch ungewohnten Botanik. Trockenheit und doch natürliches Grün, bodenbedeckende krautige Gewächse erinnern im geriebenen Duft an Wermut. Im Wechsel dazu das bewässerte Grün des Anwesens. Eidechsen. Nadelbäume, die Gerüche mediterran trotz der bergigen Höhe. Beim Erwerb des morgigen Abendessens freudige Erinnerungen an Polen im Dorfladen. Nachts Fledermäuse im wackeligem Flug und zahlreich besternter Himmel. Ein wunderbarer Tag im Freien umgeben von Freunden geht zu Ende. Und doch.

Al Norte! Ich denke das gesamte Institut hält es nicht mehr lange hier, Mittag am Pool hin oder her, wir müssen nach Norden!

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