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thoreauvian ::: musik schielt unter die lider der zeit

»Die gesamte Romantik meiner jugendlichsten Antriebskraft ist in Musik enthalten. Wie in unserer Kindheit sind wir von Himmel umgeben. … Musik verwandelt meine einzige wirkliche Erfahrung in einen Traum und lässt den Glauben so dehnbar werden, dass nur das Unglaubwürdige ihn befriedigen kann. … sie ist ein ungelebtes Leben, ein Leben jenseits es Lebens, worin schließlich meine Jahre vergehen werden. Ich schaue unter die Lider der Zeit.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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thoreauvian ::: knirschen der erdachse & gerassel der träume

»Wir können uns vorstellen, dass dieser Wirrwarr von Philosophie – Literatur und Religion – der auf den Kanzeln – in Vortragsälen und Salons zu hören ist – durch das Universum tönt – und ein so allumfassendes Geräusch ist wie das Knirschen der Erdachse. – Doch wenn ein Mensch schläft, wird er das alles zwischen Sonnenuntergang und -aufgang vergessen. Das ist das drei Zoll weite Schwingen eines Pendels im Schrank. – Das der große Puls der Natur deutlich und in jedem Augenblick erbeben lässt. – Wenn wir unsere Augenlider heben – und unsere Ohren öffnen – verschwindet er – mit Rauch und Gerassel, wie die Waggons auf dem Gleis.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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thoreauvian ::: walden pond und vor sich hin wesen

»Seine Geschichte west im Dahingleiten seiner Wogen, in den gerundeten Kieseln an seinem Ufer und den an seinem Rand gewachsenen Kiefern. …

… er ist nicht müßig gewesen, obwohl er so sesshaft ist wie Abu Musa – der sagt, dass »still zu Hause zu sitzen der himmlische Weg ist. Das Hinausgehen ist der weltliche Weg«.
Doch ist der Teich durch sein Verdunsten und auf tausenderlei unvorstellbaren Wegen so weit gereist wie irgendwer sonst.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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Pessoa–de Campos ::: sich selbst erlügen

»Das Leben, das ich lebe – o – ist das Leben, das ich mir erlüge.«

(Fernando Pessoa/Àlvaro de Campos, Poesie und Prosa)

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aphoristische Begegnung | sich selbst spielen

Unser Leben ist ein Spiel, das es zu spielen gilt.

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rund ::: Sartre, Fußball, Sinn

»Wie Sartre 1943 in seiner Rezension des Fremden schrieb, zeigen phänomenologische Grundprinzipien dass jede Erfahrung einen Sinn in sich trägt. … Schaue ich mir ein Fußballspiel an, sehe ich es als ein Fußballspiel und nicht als ein bedeutungsloses Hin- und Hergerenne von Leuten, die mit den Füßen gegen einen runden Gegenstand treten. Wenn ich das Geschehen auf diese Art beschreibe, gebe ich keine essentiellere, wahrheitsgetreuere Beschreibung des Fußballspiels. Ich unterschlage vielmehr den Sinn dessen, was ich sehe: nämlich ein Fußballspiel.«

(Sarah Bakewell, Das Café der Existenzialisten)

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thoreauvian ::: waldgesellschaft

»Gesellschaft scheint sehr natürlich und einfach — kann ich nicht einfach unter Menschen spazieren wie im Wald? Ich werde überall mit sanften Blicken und Worten begrüßt und es kommt mir vor, als würde die Dachrinne triefen und ich hörte rings um mich das Rauschen schmelzenden Schnees.

… meine letzte Bastion ist der Wald.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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traumverfangen ::: orwell-proust-morph

»»Ich habe geträumt–« begann er und stockte. Es war zu kompliziert es in Worte zu fassen. Da war zum einen der Traum selbst; hinzu kam eine mit ihm verknüpfte Erinnerung, die in den ersten Sekunden nach dem Erwachen in ihm aufgestiegen war. Er legte sich mit geschlossenen Augen zurück, noch immer in der Traumszenerie verfangen.«

(George Orwell, 1984)

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PGI | machen Sie nur weiter

… Karl Jaspers, schreibt »Husserl einen begeisterten Brief, gestand aber, dass er eigentlich nicht klar wisse, was Phänomenologie sei. Husserl schrieb zurück: »Sie üben die Methode ausgezeichnet aus. Machen Sie nur weiter. Sie brauchen gar nicht zu wissen, was sie ist. Das ist in der Tat eine schwierige Sache.« In einen Brief an seine Eltern äußerte Jaspers die Vermutung, Husserl wisse selber nicht, was Phänomenologie sei.«

(Sarah Bakewell, Das Café der Existenzialisten)

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PGI | pflanztrunken

»Die Hitzewelle kam, und die Pflanzen standen lallend und singend in ihrem Beet.«

(Maarten ‘T Haart, Die Grüne Hölle)

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aphoristische Begegnung | sich selbst erzählen

Unser Leben ist eine Geschichte, die wir uns selbst erzählen.

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Träume und Menschen ::: klebriger Morast

»… befreite sich Sham aus dem klebrigen Morast seiner Träume & ganz, ganz allmählich fand er die Kraft, den Arm zu heben & mit den Fingerspitzen ein Augenlid hochzuschieben.«

(China Miéville, Das Gleismeer)

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thoreauvian ::: im unaufschließbaren innern von mensch und vogel

»Manche Fragen, die mir gestellt werden, sind so, als würde ich einen Vogel fragen, was er tun wird, wenn er sein Nest gebaut hat und seine Brut großgezogen ist.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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darwinian ::: völlig verrückt nach blutweiderich

»Im Jahr 1862 schrieb er seinem Freund Asa Gray, einem bekannten amerikanischem Botaniker, mit der Bitte um mehrere Exemplare. »Um Himmels willen, durchforsten Sie Ihre Gattungen, und wenn Sie mir Samen beschaffen könnten, dann tun Sie dies … Samen! Samen! Samen! Mit den Samen von Mitchella sollte ich zufrieden sein. Aber ach, Lythrium!« Er endete den Brief mit »Ihr völlig verrückter Freund, C. Darwin.««

(Amy Stewart, Gemeine Gewächse)

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strand | Kieselsteine finden

»Ich weiß nicht was die Welt von mir denkt, aber ich komme mir selbst vor wie ein kleines Kind, das am Strande des Wissens spielt und sich freut, wenn es hie und da einen kleinen glatten Kieselstein findet, während sich der große Ozean der unentdeckten Wahrheit vor mir erstreckt …«

(Zitat von Newton in: Terry Pratchett/Stephen Baxter, das lange Utopia)

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