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Aspekt des Alleinseins ::: sich selbst lauschen

»Spock rief sich zur Ordnung und sammelte seine Gedanken. Genauigkeit konnte auch übertrieben werden, und dann bestand die Gefahr der Ablenkung vom Wesentlichen. … Einsamkeit kennt viele Dimensionen … seiner eigenen Seele zu lauschen« … Spock kannte aufgrund seiner besonderen Natur mehr Formen der Einsamkeit als sonst jemand. Seine eigene, halb Mensch, halb Vulkanier, Einsamkeiten verschiedener Spezies, die Einsamkeit einer Maschine die keinen Zweck mehr erfüllte. … »Aspekt des Alleinseins der sich auf tief verwurzelte Furcht vor der Einsamkeit gründete.«

(Margaret Wander Bonanno, Fremde vom Himmel)

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wallwitz ::: sich selbst ergehen

Königsberg. Minkowski, Hilbert und ihr Privatdozent Hurwitz, treffen sich beinahe täglich um »in der Sonne spazieren zu gehen und dabei das mathematisch-naturwissenschaftliche Wissen ihrer Zeit zu durchmessen.« Hurwitz einer der jüngsten Dozenten, hat kaum Studenten, sucht sich daher die lauf- und trinkfestesten, »mehr als zwei fand er zunächst nicht, aber bei einer Revolution der Ideen kommt es ohnehin weniger auf die Zahl der Brandstifter an als auf den Erschöpfungszustand des alten Regimes.«

Bei ihren Spaziergängen untereinander so konzentriert, dass es schien sie liefen unter einer Käseglocke »vorbei an der gleichnamigen Gastwirtschaft im Stil eines bayerischen Bierausschanks unter freiem Himmel, der als das größte Alltagsvergnügen in dieser protestantisch-pünktlichen Stadt gelten konnte« … Parkbänke werden links liegen gelassen, »denn die Schritte waren der Takt und die Erdung ihrer Gedanken, die ununterbrochen fortgesponnen und geprüft werden mussten, damit nicht, als hätte sich plötzlich von der Ostsee her eine herbstliche Nebelwand über die Spaziergänger gesenkt, ihre Richtung und ihr Zusammenhalt verlorengingen. Der Gang, die Bewegung, das Ritual waren wesentlicher Teil des Gesprächs, der körperliche Spiegel ihres geistigen Fortschreitens.«

Am täglichen Ziel, ein Apfelbaum in einem Park. »Dort war es wohl an der Zeit innezuhalten und erste Ergebnisse ihres Gesprächs zu fixieren, dessen Inhalt nicht eben leicht verdaulich war. Denn mathematische Gegenstände eignen sich am Ende nur bedingt für Wirtshäuser und Spaziergänge. Man muss sich furchtbar konzentrieren, darf nichts auslassen, hat alles vorsichtig und richtig abzuleiten und zusammenzufügen, darf nichts zittrig im Ungefähren belassen, kann weder mit einem unbegründeten Anfang noch einem offenen Ende leben.«

(Georg von Wallwitz, Meine Herren, dies ist keine Badeanstalt)

… und was für die Mathematik gilt, gilt für das Leben.

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thoreauvian ::: sich selbst triangulieren

Das Praktische, das Poetische und das Philosophische. »das praktische Leben ist das poetische, das sich für sich selbst eine Basis schafft … Breite … Basis … Neigungswinkel durch Wissenschaft bestimmt … das Gebäude des Lebens ist pyramidenförmig … um einen vollkommenen Menschen zu schaffen, muss die Seele ganz wie der Körper sein, nicht zu unirdisch & der Körper wiederum wie die Seele.« … sich schneidende Linien, Höhen, Breiten … »ein Gesetz das derart universell ist – und an jedem Material abzulesen – in der Ethik ebenso wie in der Mechanik – dass es sich selbst als letzte Behauptung auf sich anwenden lässt. Es ist das Herz im Menschen – es ist die Sonne im Weltall – es ist das Ergebnis von Kräften … zieht Linien durch die Länge & Breite der Summe der besonderen täglichen Erfahrungen eines Menschen und seiner Lebensvolumina … es gibt kein ausschließlich moralisches Gesetz. Es gibt kein ausschließlich physikalisches Gesetz.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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thoreauvian ::: sich selbst übertreiben

»Übertreibung! Wurde je einem Menschen ohne Übertreibung eine Tugend zugeschrieben? Je ein Laster ohne unendliche Übertreibung? Übertreiben wir uns nicht uns selbst gegenüber oder erkennen wir uns oft als Menschen die wir wirklich sind? … Der Blitz ist eine Übertreibung des Lichts. Wir leben durch Übertreibung. … für einen kleineren Menschen ist jeder größere eine Übertreibung. … und doch, was sind wir wirklich? Gewiss nichts, was der Rede wert ist. … wir verleihen der jetzigen Stunde mehr Bedeutung als allen anderen Stunden.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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perec ::: sich selbst aufzählen

»…«

(Georges Perec, Das Leben Gebrauchsanweisung)

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perec ::: sich selbst bestätigen

Im Pariser Salon von Hutting „»fanden in den Jahren fünfundfünfzig bis sechzig die berühmten Huttings Dienstage statt, bei denen so verschiedene Künstler … deren Einfluss auf gewisse wichtige Tendenzen der zeitgenössischen Kunst immer noch spürbar ist, sich selbst bestätigten.«

(Georges Perec, Das Leben Gebrauchsanweisung)

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thoreauvian ::: sich selbst verzetteln

»jetzt dienen die besten Kunstwerke vergleichsweise nur dazu, den Geist zu verzetteln, denn sie selbst stellen flüchtige und verkrampfte, keine freien und absoluten Gedanken dar.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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thoreauvian ::: sich selbst zerstreuen

»Flint’s Point … ein Spaziergang zu ihm hin auf Indianerpfaden durch den Wald ist sommers wie winters eine angenehme Zerstreuung.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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thoreauvian ::: sich selbst wie zwirn auswerfen

»Reden ist etwas ganz eigentümliches. — Die häufigste Reaktion, wenn Männer oder Frauen zusammenkommen, ist Reden … Diese Eigentümlichkeit des Menschengeschlechts kann als erwiesen gelten …

… Ich habe es bisweilen erlebt, wie ein zielgerichtetes Schweigen bedrohliche und unangenehme Leute in die Flucht geschlagen hat. Man sitzt sinnend da, als wäre man wieder in der weiten Natur. – Das können sie nicht ertragen … so viel Menschheit ringsum gegenüber einem, der keine Verkleidung hat – nicht einmal in der Rede! …

… Manchmal erwartet mein Freund ein paar Sätze von mir … meint er habe seine Meinungen abgeliefert und nun sei ich an der Reihe …

… die Menschen tun manchmal so als könnten sie sich selbst vom Ende der Zunge als Zwirnstücke auswerfen.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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streumen ::: sich federn weben

»… war himmel, war boden, wir beide darauf, dazwischen flogen die vögel im schwarm, hoben auf, was uns festhielt, und senkten sich wieder, … wob jeder an maschen aus eigenen federn, zog seinen teil eines netztes herauf, zu schützen uns vorm fall in den himmel der dunkelgrau war, weit weg und so starr …«

(Ulrike Almut Sandig, Streumen)

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pratchett ::: sich in flora und fauna kennen

Granny gibt ein Sprichwort mit einem Nilpferd zum Besten. Esk will wissen was das ist. »Nilpferd? – eine Art Dachs, sagte Granny. Man gelangte nicht in den Ruf, sich in Flora und Fauna bestens auszukennen, wenn man Wissenslücken eingestand.«

(Terry Pratchett, Licht der Phantasie)

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thoreauvian ::: sich selbst hüten

»Heutzutage hüten sich die Schafe meistenteils selbst.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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Pessoa–de Campos ::: selbst sein und andere(s) sein

»Keine Epoche vermittelt ihre Empfindsamkeit einer anderen … nur ihre Einsicht in diese Empfindsamkeit. Mittels unserer Empfindsamkeit sind wir wir selbst. Mittels unserer Einsicht sind wir andere. Diese Einsicht fächert uns auf; und durch das was uns auffächert, überleben wir. Jede Epoche liefert den nachfolgenden nur das, was sie nicht war … Ein Gott im heidnischen Sinne, mit anderen Worten, ein wahrer Gott, ist nicht mehr als die Einsicht die ein Lebewesen in sich selbst hat …

… sich verstellen heißt sich kennen.«

(Fernando Pessoa/Àlvaro de Campos, Ambiente, in: Poesie und Prosa)

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Pessoa–de Campos ::: sich selbst synthesieren

»… dass ein jeder von uns eine Ansammlung subsidiärer Psychismen ist, eine verfehlte Synthese von Zell-Seelen.«

(Fernando Pessoa/Àlvaro de Campos, Ultimatum, in: Poesie und Prosa)

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thoreauvian ::: sich selbst überblicken

»Wir … haben kein vorausblickendes Gedächtnis – sondern wir leben, als sei es unmöglich, uns jemals selbst zu überblicken.«

(Henry D. Thoreau, Abschriften 1840–1842, in: Tagebuch II)

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