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jerome ::: sich reviktualisieren

»We did our marketing after breakfast, and revictualled the boat for three days. George said we ought to take vegetables – that it was unhealthy not to eat vegetables …«

(Jerome K. Jerome, Three Men in a Boat)

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roger ::: sich verzögern & sich konzentrieren

Gespräch von Bowles und Beckett über das Dazwischen, zwischen Entschluss etwas zu tun und tatsächlicher Ausführung. Oder es dann doch nicht zu tun. Projektion des Bildes gleich etwas zu tun. In diesem Moment, »man verzögert sich und ist in diesem Augenblick festgehalten von einem Zustand vor der Tat, gebrochen in der Nicht-Identität mit dem eigenen Handeln und doch eingefroren in der Immunität des Moments. Und dieser Moment mag sich dehnen zur Periode, er mag lebensentscheidend, mag Existenzform werden, wie der Maler Jasper Johns es fasste, als er sagte, Meine Schwäche ist es, nie zu wissen, ob ich expandieren oder mich konzentrieren soll«

Und Marcel Duchamp hat »eine so vollgestopfte Vergangenheit dass es mir schwerfällt etwas wirklich zu betrachten«, wohinzu »Alberte Giacometti weiß nicht woran es liegt, weiß aber wohl dass sein Stift nicht zeichnen kann was das Auge sieht. Zwischen sich und der Zeichnung liegt die Störung. Er weiß weder was diese ausmacht, noch, wie sie aussieht.«

(Roger Willemsen, Der Knacks)

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roger ::: sich selbst fragmentieren

»Leonardo da Vincis Aufzeichnungen lassen manchmal das Dunkel des Nichtverstehens ein. Es überschwemmt seine Sätze wie eine eigene Kraft und bringt sie nur halb zum Vorschein. … als er die folgenden Zeilen schrieb und ihnen dunklen Widerschein gab, fragmentierte er da den Mann, den Gedanken oder sich selbst? »Man wird häufig einen Mann drei werden sehen, und sie alle werden einander folgen, und oft wird der eine, der wirklichste, es aufgeben.««

(Roger Willemsen, Der Knacks)

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stapelie ::: sich selbst erinnern

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kollektaneen ::: thematisch sammeln

Kollektaneenbuch, »eine Sammlung thematisch geordneter Zitate und Geschichten, wie es in jener Zeit populär war.«

(Sarah Bakewell, Wie soll ich leben? – oder das Leben Montaignes
in einer Frage und zwanzig Antworten)

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wallwitz ::: unerhörte begriffswirbel im kopf

Leibniz ging mit der Mathematik um wie mit einem Gott, ehrfurchtsvoll aber nicht immer gewissenhaft. Seine eigentlich Stärke, die Verknüpfung seiner Gedanken, unvorhersehbar wie bei einem Würfelspiel. »Der Zufall, den er nicht aus seinem Kopf bekam, und der den systematischen Fortschritt behinderte, brachte ihn auf eine exzentrische Bahn und förderte zugleich seine Kreativität. Tausende von Mutmaßungen stellte er an, schüttelte die Begriffe und spielte mit ihnen, bis sie entweder einfacher wurden oder bis sie sich zu etwas Neuem zusammenfügten. Da er ganze Bibliotheken im Kopf hatte ergaben sich unerhörte Begriffswirbel. Leibniz wusste dass er in seinem leicht irritierbaren Geist Ordnung schaffen musste, um sich in der Realität zu verankern. Denken war an sich ja nutzlos, wenn es mit dem Denken der anderen unverbunden blieb.

… er saß traurig, aber nicht humorlos, inmitten eines gigantischen Haufens Papier, Buchmanuskripte, Notizzettel, Entwürfe, Sendschreiben, Polemiken, Exzerpte, Abhandlungen, Briefe, Konzepte, die er längst nicht mehr übersah. … in unübersehbaren Haufen von Ideen und Papier fand er sich selbst nicht mehr wieder, seine eigenen Gedanken entglitten ihm und es rächte sich nun dass er nur wenige publikationsreife Stücke produziert hatte. Die Ordnung der Begriffe war ihm abhanden gekommen und damit war ihm genau das passiert was zu verhindern sein Lebensziel gewesen war.« … und so kommt er zur Idee seiner Jugend zurück, die Ordnung der Begriffe.

»Die Schönheit in Leibniz Scheitern bestand darin, dass das Fluktuieren, Assoziieren und Kontrastieren der Gedanken ganz wesentlich zu Leibniz Genie gehörte. Er hatte keine eherne Methode um alles nach demselben Schema zu bearbeiten, er ließ den Dingen und Wahrheiten ihren Atem und versuchte sie von ihrem eigenen Wesen her zu begreifen. Willig ließ er sich von Faktoiden bombardieren, für die er dann geeignete Theorien bildete.«

(Georg von Wallwitz, Meine Herren, dies ist keine Badeanstalt)

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igel ::: nur sich selbst begegnen

»wir sehen nie über unsere Gewissheiten hinaus, und was noch schlimmer ist, wir haben es aufgegeben, Begegnungen zu machen, wir tun nichts anderes, als uns selbst zu begegnen, ohne uns in diesen ständigen Spiegeln wiederzuerkennen. … und wenn die Leute an der Concierge vorbeigehen, sehen sie nur Leere, weil sie sich in ihr nicht widerspiegeln.«

(Muriel Barbery, die Eleganz des Igels)

vgl. Proust, in sich selbst lesen

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Aspekt des Alleinseins ::: sich selbst lauschen

»Spock rief sich zur Ordnung und sammelte seine Gedanken. Genauigkeit konnte auch übertrieben werden, und dann bestand die Gefahr der Ablenkung vom Wesentlichen. … Einsamkeit kennt viele Dimensionen … seiner eigenen Seele zu lauschen« … Spock kannte aufgrund seiner besonderen Natur mehr Formen der Einsamkeit als sonst jemand. Seine eigene, halb Mensch, halb Vulkanier, Einsamkeiten verschiedener Spezies, die Einsamkeit einer Maschine die keinen Zweck mehr erfüllte. … »Aspekt des Alleinseins der sich auf tief verwurzelte Furcht vor der Einsamkeit gründete.«

(Margaret Wander Bonanno, Fremde vom Himmel)

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wallwitz ::: sich selbst ergehen

Königsberg. Minkowski, Hilbert und ihr Privatdozent Hurwitz, treffen sich beinahe täglich um »in der Sonne spazieren zu gehen und dabei das mathematisch-naturwissenschaftliche Wissen ihrer Zeit zu durchmessen.« Hurwitz einer der jüngsten Dozenten, hat kaum Studenten, sucht sich daher die lauf- und trinkfestesten, »mehr als zwei fand er zunächst nicht, aber bei einer Revolution der Ideen kommt es ohnehin weniger auf die Zahl der Brandstifter an als auf den Erschöpfungszustand des alten Regimes.«

Bei ihren Spaziergängen untereinander so konzentriert, dass es schien sie liefen unter einer Käseglocke »vorbei an der gleichnamigen Gastwirtschaft im Stil eines bayerischen Bierausschanks unter freiem Himmel, der als das größte Alltagsvergnügen in dieser protestantisch-pünktlichen Stadt gelten konnte« … Parkbänke werden links liegen gelassen, »denn die Schritte waren der Takt und die Erdung ihrer Gedanken, die ununterbrochen fortgesponnen und geprüft werden mussten, damit nicht, als hätte sich plötzlich von der Ostsee her eine herbstliche Nebelwand über die Spaziergänger gesenkt, ihre Richtung und ihr Zusammenhalt verlorengingen. Der Gang, die Bewegung, das Ritual waren wesentlicher Teil des Gesprächs, der körperliche Spiegel ihres geistigen Fortschreitens.«

Am täglichen Ziel, ein Apfelbaum in einem Park. »Dort war es wohl an der Zeit innezuhalten und erste Ergebnisse ihres Gesprächs zu fixieren, dessen Inhalt nicht eben leicht verdaulich war. Denn mathematische Gegenstände eignen sich am Ende nur bedingt für Wirtshäuser und Spaziergänge. Man muss sich furchtbar konzentrieren, darf nichts auslassen, hat alles vorsichtig und richtig abzuleiten und zusammenzufügen, darf nichts zittrig im Ungefähren belassen, kann weder mit einem unbegründeten Anfang noch einem offenen Ende leben.«

(Georg von Wallwitz, Meine Herren, dies ist keine Badeanstalt)

… und was für die Mathematik gilt, gilt für das Leben.

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thoreauvian ::: sich selbst triangulieren

Das Praktische, das Poetische und das Philosophische. »das praktische Leben ist das poetische, das sich für sich selbst eine Basis schafft … Breite … Basis … Neigungswinkel durch Wissenschaft bestimmt … das Gebäude des Lebens ist pyramidenförmig … um einen vollkommenen Menschen zu schaffen, muss die Seele ganz wie der Körper sein, nicht zu unirdisch & der Körper wiederum wie die Seele.« … sich schneidende Linien, Höhen, Breiten … »ein Gesetz das derart universell ist – und an jedem Material abzulesen – in der Ethik ebenso wie in der Mechanik – dass es sich selbst als letzte Behauptung auf sich anwenden lässt. Es ist das Herz im Menschen – es ist die Sonne im Weltall – es ist das Ergebnis von Kräften … zieht Linien durch die Länge & Breite der Summe der besonderen täglichen Erfahrungen eines Menschen und seiner Lebensvolumina … es gibt kein ausschließlich moralisches Gesetz. Es gibt kein ausschließlich physikalisches Gesetz.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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thoreauvian ::: sich selbst übertreiben

»Übertreibung! Wurde je einem Menschen ohne Übertreibung eine Tugend zugeschrieben? Je ein Laster ohne unendliche Übertreibung? Übertreiben wir uns nicht uns selbst gegenüber oder erkennen wir uns oft als Menschen die wir wirklich sind? … Der Blitz ist eine Übertreibung des Lichts. Wir leben durch Übertreibung. … für einen kleineren Menschen ist jeder größere eine Übertreibung. … und doch, was sind wir wirklich? Gewiss nichts, was der Rede wert ist. … wir verleihen der jetzigen Stunde mehr Bedeutung als allen anderen Stunden.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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perec ::: sich selbst aufzählen

»…«

(Georges Perec, Das Leben Gebrauchsanweisung)

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perec ::: sich selbst bestätigen

Im Pariser Salon von Hutting „»fanden in den Jahren fünfundfünfzig bis sechzig die berühmten Huttings Dienstage statt, bei denen so verschiedene Künstler … deren Einfluss auf gewisse wichtige Tendenzen der zeitgenössischen Kunst immer noch spürbar ist, sich selbst bestätigten.«

(Georges Perec, Das Leben Gebrauchsanweisung)

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thoreauvian ::: sich selbst verzetteln

»jetzt dienen die besten Kunstwerke vergleichsweise nur dazu, den Geist zu verzetteln, denn sie selbst stellen flüchtige und verkrampfte, keine freien und absoluten Gedanken dar.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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thoreauvian ::: sich selbst zerstreuen

»Flint’s Point … ein Spaziergang zu ihm hin auf Indianerpfaden durch den Wald ist sommers wie winters eine angenehme Zerstreuung.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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