PGI | classification is not for sissies, here you are, homo sapiens

Lebewesen  .  Domäne > Eukaryoten (Eukaryota)  .  Vielzeller (Metabionta) **  .  ohne Rang > Amorphea (Amorphea)*  .  ohne Rang > Opisthokonta (Opisthokonta, gr. für hinterpolig wg. der Geißel)  .  ohne Rang > Holozoa (Holozoa)  .  ohne Rang > vielzellige Tiere (Metazoa, gr. »danach Tier«)  .  Abteilung > Gewebetiere (Eumetazoa, auch Echte Vielzeller)  .  Unterabteilung > Bilateria (Bilateria, bilateral symmetrisch aufgebaute Gewebetiere)  .  Überstamm > Neumünder (Deuterostomia)  .  Stamm > Chordatiere (Chordata)  .  > ohne Rang > Notochordata (Notochordata)  .  Unterstamm > Wirbeltiere (Vertebrata)  .  Überklasse > Kiefermäuler (Gnathostomata)  .  Reihe > Landwirbeltiere (Tetrapoda)  .  ohne Rang > Amnioten  .  ohne Rang > Synapsiden  .  Klasse > Säugetiere (Mammalia)  .  ohne Rang > Theria (Theria)  .  Unterklasse > höhere Säugetiere (Eutheria, manchmal trotzdem sehr niedrig)  .  Überordnung > Euarchontoglires (Euarchontoglires)  .  Ohne Rang > Euarchonta (Euarchonta)  .  Ohne Rang > Primatomorpha (Primatomorpha)  .  Ordnung > Primaten (Primates)  .  Unterordnung > Trockennasenprimaten (Haplorrhini)  .  Teilordnung > Affen (Anthropoidea)  .  ohne Rang > Altweltaffen (Catarrhini)  .  Überfamilie > Menschenartige (Hominoidea)  .  Familie > Menschenaffen (Hominidae)  .  Unterfamilie > Homininae (Homininae)  .  Tribus > Hominini (Hominini)  .  Gattung > Homo (Homo)  .  Art > Mensch (Homo sapiens, Selbstbezeichnung)

Notate  Was ich an dieser ganzen Feinteilung vor allem nicht begreife, ist, warum man nicht schon bei den Trockennasenprimaten aufgehört hat, alles weitere unbedingt auseinanderhalten zu müssen. Und in eingedenk der heutigen teils niedriggradigen Bedingungen durchaus mit nichten trockener Nase, im Zweifel ob den werten Kollegen Wissenschaftlern an dieser Abzweigung kein bestimmender Irrtum unterlaufen ist.

* ein Taxon das zu den Eukaryoten gestellt wird, was auch immer das genau in der Bedeutung ausmacht.
** (hier geht es nicht direkt weiter)

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thoreauvian ::: bewundernde Seele

»So ist Schönheit immer – weder hier noch da, jetzt oder einst, weder in Rom noch in Athen, doch stets dort, wo es eine bewundernde Seele gibt. Wenn ich sie anderswo suche, weil ich sie zu Hause nicht finde, wird meine Suche sich als sinnlos erweisen.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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m.o.n.d. ::: anheulen und nicht verstehen

»… wo die Gebrauchtwarenhändler ihr mit Autos übersätes Territorium markierten, einen Mond anheulten, den sie nicht verstanden, was allerdings genau genommen keiner tat, …«

(Joseph Fink & Jeffrey Cranor, Willkommen in Night Vale)

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Botanisieren ::: Spätfrühling Querco-Ulmetum minoris Auwald

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Sammlung Traumthesen ::: geduldeter Wahnsinn

»Jackie wachte verwirrt auf, wie üblich. Schlaf ist verwirrend. Träume sind rätselhaft. Die Idee des Übergangs von einer vermeintlichen Realität in eine andere ist geduldeter Wahnsinn.«

(Joseph Fink & Jeffrey Cranor, Willkommen in Night Vale)

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AnnenMayKantereit | 26.04.16 | Haus Auensee

Das ausverkaufende Publikum unterscheidet sich in kaum wahrnehmbaren, schwer zu benennenden Details vom Publikum MaryLinMansons. Doch irgendetwas wirkt anders am Haus Auensee.

AnnenMayKantereit auf der Bühne, irgendwo da unten, da vorne. Der Stimmklang aus dem Mikrofon klingt erst verwaschen dumpf, doch scheint sich bald entweder zu verbessern, oder das Gehör und -hirn nimmt die übliche Tätigkeit des Gestaltens der Wirklichkeit auf. Denn, nicht zuletzt wegen der Stimme, sind Gehör wie -hirn heute abend hier. In wenigen Stücken wird die mögliche Niedrigstfrequenz der Stimme ausgelotet, ein klein wenig rau, wie auf hoher See. Doch selbst wenn die Gestaltung einiger Textzeilen einen verbrauchten, dreckigen Klang anvisieren sollte, so klingen AnnenMayKantereit immer wie die gutaufgelegten und von Grund auf sympathischen Jungs, die sie vermutlich sind, als wären wirklich finstere Abgründe im eigenen Innern ihrem Wesen nach nicht möglich.

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Botanisieren ::: Spätfrühling Festuco-Brometea-Klassenmagerrasen

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m.o.n.d. ::: optische Täuschung

»Der Mond ist eine von den Weltmeeren verursachte optische Täuschung, dachte das Haus.«

(Joseph Fink & Jeffrey Cranor, Willkommen in Night Vale)

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Doom over Leipzig | 15.04.16 | UT Connewitz

Regennasses Sonnenleuchten funkelt in den Bäumen eines sonnigen Aprilabends. Am Hauptbahnhof besteigen Graf Dracul und seine hochgeschätzte Gattin Linie 11. Am Himmel vereinzelte tiefblaue Wolkenflecken auf weißem Flaum.

Addaura. In den vorab gehörten Soundcloud-Beispielen sehr anschmiegsamer Krach. Live sehr lauter Krach. ::: Thaw erfreuen mit polnischem Soundcheck. Im Stück bleepst, klackerts, hämmerts und driepst es gehörig, und all das bleepsen, hämmern, driepsen und klackern wird immer mal wieder von homogenen Lärm zugedeckt. Rotes Stroboskopleuchten scheint träger als andere Wellenlängen. ::: Dead to a dying World im Soundcheck. Der Sänger grölt in sein Mikrofon. Danach überwuchtet ihn die kleine zierliche Sängerin mit ihrem Schrei, bei dem man sich instinktiv nach Deckung umsieht. ::: Cult of Luna …

… M.O.N.D. Das bedeutet Luna. Die Bühne ist zunehmend in lunaren Nebel gehüllt, den langsam ein bläuliches Leuchten durchdringt. Die aufmerksame Seele ist an einem Ort angekommen an dem sie verweilen kann. Sternengefächerte Lichtstrahlen zerdrehen die Bühne, im Wechsel mit wirbelnden Lichtkegeln. Und die Musik gleitet hindurch, und schwappt heran an die Gestade der Müdigkeit. So müde wie in den Zeiten von Isis …

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Laura Mardon ::: Walt Hamburger ::: Yotam ::: Joey Cape | 31.03.16 | Werk II D

This life is strange. It steals away | Attained to wealth and wisdom | Misread in fatalism | This life is strange. A measured mess | Of miles ran and junk possessed | This life is strange. It fails to entertain | A vain attempt. The dull escape. || Joey Cape, This Life is Strange ||

Vier Menschen mit goldenem Herzen und Gitarre auf der Bühne. Laura Mardon mit leuchtend seidiger Stimme und Melodik. Walt Hamburger mit durchschlagender Verve und ungestümer Frohnatur die sich in meist selbstbewitzelndem Humor äußert. Yotam Ben Horin mit Texten von denen viele im schönen Zwischen der Vergänglichkeit des Lebens angesiedelt scheinen. Und Joey Cape, der Mann der eines der traurigschönsten Alben voll Erkenntnis und darin eingehülltem Lebensglück geschrieben hat, in dem sich Worte, Musik und seine Stimme zu etwas verbinden, dass sich unmittelbar, wie durch einen Regentropfen verzerrt und vergrößert, wie das Leben selbst anfühlt.

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Wortgrund ::: Sammelsurium

Das niederdeutsche sammelsur bedeutet so viel wie «saures Gericht aus gesammelten Speiseresten« und wurde ab dem 18. Jhd nur noch mit abfälligen Unterton für «ekelhafte Gemüsemischungen« (!) verwendet, wie ich soeben nachgelesen habe. Ich bin froh dass sich die Bedeutung des Wortes nochmals gewandelt hat, so dass es nun für alles unsystematisch Gesammelte Verwendung finden kann. Bei -ium handelt es sich um ein typisches scheingelehrtes (!) Suffix das hauptsächlich bei norddeutschen Studenten Verbreitung fand. [wikipedia]

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Botanisieren ::: Calendula 2015 — call to Spring! jump to Summer …

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Nick Hudson ::: Toby Driver ::: Radare | 12.03.16 | Tipi

nicht in der black lodge. im tipi.

die black lodge ist kein ort in unserer wirklichkeit.
menschen in einem raum den es nicht gibt.

Ein Nachmittag in lustigem Grau. Samma eh aus Wien zu Besuch. Der Hafen. Grafik. Huhu. Hi. Ton. Backstein. Das Wort Posthipster wird geprägt. Postdylan. Postbote. Plagwitz. Fotokabine. Digger Barnes ernstzunehmendes Antlitz von plakatierten Häusermauern. Und danach eh ins Zest. granny smith sweetpotato fritter / sorrel sour cream / chipotlé tofu [spicy] / grilled guacamole . port wine tofu pakoras / sundried tomato polenta roulade / baked eggplant cream and marsala reduction / cima di rapa in kalamansi garlic butter . hazelnut rosemary loaf / caramelized onion and brandy cream / king oyster mushroom ragout with sansho pepper / salad out of baked »la ratte« potatoes and baby carrots, avocado oil, basil and lime . Schnecken. Raspelzunge. Laufen. Kreuzung. Autos. Straßenbahn. Wird eh Zeit. Abgeholt. Eh wieder Plagwitz.

Unser Informant ist ein blinder Bär. Wir folgen seinen Hinweisen. Nach kurzem orientierungslos verlorenem Treiben finden wir schließlich den Zugang ins Tipi. Das kleine Rechteck des Tipis wird durch einen farbprächtigen Teppich und zwei holzwirkenden Metallpfosten eingesäumt. In das Tipi wurden zwei Schlagzeugsets gepfercht, Tasten, ein Stuhl, gerade so. Orgel, eh eng. Die Verständigung zweier Menschen in derselben Sprache beruht, abgesehen vom Gesagten, auf dem Vorgang des Hörens, und der darauffolgenden Verarbeitung des Gehörten im Gehirn. Das störungsfreie Funktionieren dieses komplexen Zusammenspiels bei der Vielzahl an plastischen Synapsenverbindungen is eh Wunder. Zumal wenn es sich um nicht wahrnehmbar verschlüsselnde Sprecher handelt.

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PGI | Zitatsammlung über den homo scolasticus

ein Zitat mit Selbsterkennungszauber:

»Keine Wissenschaftler, wie wir sie heute definieren würden, sondern zum wissenschaftlichen Ideal Beitragende.«

(Neal Stephenson, Amalthea)

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PGI Expeditionsbericht & Trivialnotizen | España del Norte | 18. bis 28. September

Keine Postkarten! Keine Bilder.

Al Norte

In Serpentinen umwaldet bis auf 2000 Meter und wieder hinunter, durch mehrere kleinere Siedlungen mit ausgeprägt typisch anmutender Holzbauweise hindurch. Institutsmitglieder bekunden übereinstimmend sich gefühlt in Österreich zu befinden. Dann durch die karge (Un)ödnis der gelbroten Erde, verpuffte Immobilienblasen, hie und da ein vergessenes oder wiederaufgeforstetes Steineichen- (Quercus ilex) oder Pinienwäldchen (Pinus pinea). Doch vornehmlich geistzermürbende ununterbrochene Weite bis zum Horizont, wie ein in den Anfängen des Terraforming befindlicher Mars.

Diese sich in den roten Weiten bis zum Horizont beinahe selbst verlierende Landschaft der Meseta, bis zu den sie einfassenden Gebirgsauffaltungen, die schon Rudolf Staub kaum loszulassen schienen, man ist versucht zu sagen, wer sie einmal erlebt, der will sie verstehen.

Und so nimmt es kaum Wunder dass in Folge auch im Institut Nachforschungen nicht ausblieben, die zum einen eben jenes ergreifende Epos Rudolf Staubs über die Geologie Spaniens zu Tage förderten.

Aufs Wesentliche reduziert scheint die Landschaft aus zwei Komponenten zu bestehen. Der roten Erde und den umgebenden Gebirgen. Da zu den Gebirgen kaum etwas den Ausführungen Herrn Staubs Hinreichendes ergänzt werden kann, sei hier nur auf den zweiten wesentlichen Bestandteil kurz eingegangen. Der berückende und bezaubernde marsianische Rotton der Terra Rossa gehört, wie zuallererst festgestellt werden muss, und wie in der Wissensbibliothek Wikipedia auch klar nachzulesen ist, zu den Terrestrischen Böden! Der Rotton ist wahlweise oder kombiniert durch aszendente, autochthone oder allochthon-aeolische Vorgänge entstanden. Das kapillare nach oben »sickern« von Eisen- und Aluminiumhydroxid aus dem Gesteinsuntergrund, das Auswaschen von Carbonaten aus dem Ausgangsgestein und dem somit in Relation erhöhten verbleibenden Eisengehalt (beides im Tertiär vor maximal 15. Mio Jahren angesiedelt), oder, noch jünger! Durch eine größere Menge aeolisch übertragenen roten mineralischen Staubs aus der Sahara- und Sahel-Region vor etwa 12 000 bis 25 000 Jahren. Die Einzelheiten dieser Umlagerung mehrerer Tonnen Staubs bleiben hingegen ungeklärt. Normales Windverhalten und viel Zeit? Zyklone? Ein Agens aus dem Weltraum möchte daher an dieser Stelle und unter dem Einfluss von Neal Stephensons Amalthea nicht vollends ausgeschlossen werden.

Später endlich wieder Berge am Horizont, und dann durch Tunnel hindurch und es wird grüner und grüner und humider und es wird Meer.

Im Autó! bricht sich die psychische Anspannung der Institutsmitglieder zwischen Roadkrankheit, Ödnis der Landschaft, Dauer der Autofahrt, lalaa und Autó!-Ausrufen in Form von Wahnsinn ihren Weg zu spontanen mehrunstimmigen Gesangs, Jaul, Mäh- und Muhtönen in sich übereinandertürmenden Crescendi.

An dieser Stelle sei angemerkt dass das vom jüngsten Expeditionsmitglied zu dieser Zeit wohl spontan komponierte Meisterwerk »ba ba baaa!« gerade aufgrund seiner berückenden Einfachheit eine erstaunlich langanhaltende Wirkmacht besitzt.

Und dann, angekommen. Strand mit Sand und Felsen vulkanischen Ursprungs oder auch nur kalkgetufft, unschwer auch für Laien zu erkennen, das eine oder eben das andere. Fischluft, Wind, … und immer noch Sonne. Nächtlicher Ausflug zum Meer. Es ist barfußwarm, wir existieren im Rauschen der Wellen, der wohltuenden Stille, und dem über uns gespannten Sternenhimmel. Auch ruhelos forschend und notierender Geist verstummt hin und wieder archaisch gebannt in Ehrfurcht wenn er am Meer steht und in diesen kleinen Ausschnitt der unvorstellbar gewaltigen H2O-Masse blickt, von der er weiß dass sie sich über den ganzen Globus spannt.

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