thoreauvian ::: zeit zusammenhalten

»Manchmal dient ein Tag nur dazu, die Zeit zusammenzuhalten.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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existentiell ::: gebrauchtsorgen

»… ich freute mich über die unverhoffte Sorge … sie war in einem guten Zustand, dem Verkäufer war ihr Wert sicher nicht bewusst gewesen, sonst hätte er sie uns nicht einfach zu der abgenutzten Trauer eines jungen Dichters dazugegeben, noch mehr aber freute ich mich darüber dass es sich um eine existentielle Sorge handelte, professionell gearbeitet mit höchst präzisen und wundervollen Details versehen … als ich sie zu benutzen begann wurde die Schlaflosigkeit zu meiner täglichen Gefährtin … «

(Ghayath Almadhoun, ein Raubtier namens Mittelmeer)

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Botanisieren ::: puschkinienrausch

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taskinen ::: jahre aufwirbeln

»… ich habe nie aufgehört, ein Jahr alt zu sein, es sind nur ständig Jahre dazugekommen. Jemand rempelt mich an. Meine Gedanken wirbeln auf und setzen ich dann wieder, in leicht veränderter Anordnung. Das ist nicht nur schlecht. Wenn die Dinge ein bisschen durcheinandergeraten sind, können neue Zusammenhänge entstehen.«

(Satu Taskinen, Kinder)

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Botanisieren ::: Marpril

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Algiers | 28.02.18 | UT Connewitz

Kunst am Boden. Der Saal des UT noch weitgehend leer. Besprühte Leinwände.

Ein Konzert-Date mit Dame Luisenbach. Plausch vor dem Konzert in den unbequem Seitenklappsesseln, von winterlichen Jacken behangen. Vorband Jupiter C erinnert durch wohl inszenierte Trash-itude an Princess Chelsea, ein beat-schwerer Bogen aus repetitiver elektronischer Trance der in vagen Schlummer versetzt. Atmosphärisch Orientierung an Twin Peaks. Und ein Stück das wohlig an diese unglaubliche Drumstrecke von Chelsea Wolf erinnert.

Benommen stehen wir auf und nehmen einen Platz irgendwo mittig ein. Durch diverse live-Videos vor Freude und vorbereitet für Algiers. Und doch … die Wucht mit der einen der Beginn des Konzerts trifft. Die ungestüm pfeifende, fauchende und elektrisch aufgeladene Energie. Ein Orkan. Und was alles in ihm herumwirbelt. Soundschnipsel, Zerrgeräusche, nach vorn drängender Beat, der Tonus jedes einzelnen Stücks unter Spannung, die sich auf die Sinne überträgt, an der Aufmerksamkeit zerrt, Sein vor der Entladung eines Sommergewitters im Winter, Tanzbarkeit, ein Viertel blocparty-Nostalgie, in Drums Matt Tong, doch weiter, mehr, unaufgeräumter, sich überschlagende, überlagernde Gesangparts, die an anderer Stelle weich auffangen oder einen umschweben wie ein Wiegenlied, weitfassendes Instrumentarium der Stimmen im Backgroundchor, Brummen, lautes Rufen, überschlagen, Schreien, Summen, Pfeifen, Erinnerung an ein möglicherweise eingebildetes dschungelhaftes Kreischen, in jedem Stück andere Worte, Klänge, Laute, die alle ihren spezifischen Effekt erwirken, die Silbenklänge der Echostimmen, wahumm, Zeit wird gedehnt und zersetzt, zerdrillt und gestaucht, Postrock, Industrial, Soul 21.0, eine Kuhglocke?, Kirchturmläuten, aufbrausendes Schellenrasseln, Klapperschlangensignale, Ohrwurmmelodien, Loops, Groove, Geschwindigkeit und relatives Ruhen, …

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Traumthesen ::: gedanken gefühle träume gewichten

»… wie viel davon wiegen die Gedanken? Ist ein Kopf schwerer wenn er viele Gedanken enthält? Fällt es deshalb einem traurigen Menschen schwer mit erhobenen Kopf herumzulaufen. Oder einem Professor? Oder jedem Menschen der aus irgendeinem Grunde viel grübelt? Der unabsichtlich oder absichtlich unter die Oberfläche gelangt? … sind sie schwerer oder leichter als die Gefühle? Oder die Träume? Wenn wir ihn nicht fragen können wir nicht wissen, was die Motivation eines fremden Menschen ist. Und wir können auch bei einem toten Menschen niemals sicher sein.«

(Satu Taskinen, Kinder)

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prae flori ::: paläophytische Zeitreise

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PGI ::: erschrecken messen

Zuhause bei den jungen Humboldts. Physikunterricht bei Marcus Herz, eine hoch aufschießende Flamme. »Ein halbes Gramm, sagte er, zwölf Zentimeter hoch die Flamme. Wann immer einen die Dinge erschreckten, sei es eine gute Idee sie zu messen.«

(Daniel Kehlmann, die Vermessung der Welt)

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taxonomisch ::: konzepte schrubben

»Wir sind auf uns selbst gestellt. Wie sind unser einziger Beobachter. Wir schrubben unsere Konzepte, um unseren ästhetischen Ansprüchen zu genügen.«

(Andrea Grill, Schmetterlinge)

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Fotorunde ::: Schnee, Wald, Flur, Form & Figur

Schneestapfen, einsinken, Waldmatsch, gewaltiges Brausen, wehen, wummernd tobender Wind wirft um, brandet an, Ohrenrauschen, pfeifen, schleifen, klirrender Geist, snowalikes, crystalikes, deutlich missgelaunt zeternde Kohlmeise, ein Rotkehlchen leuchtet durchs Gebüsch fliegend auf, Märzenbecher kalt erwischt, Sonne, Licht, Funkeln. Schatten. Geometrie und Formen. Bizarr schöne Muster im Sand Schneemeer, gefegt, gefurcht, blühender Schneeball, und hjemme rummst eine Dachlawine nach der anderen polternd nieder. Ein Tag endlicher Winter in Leipzig.

… mehr Schnee

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Botanisieren ::: Nieswurzen & Frühjahrsport

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thorouvian | m.o.n.d. ::: lunares theater

… mit einem Fernglas gen Mond, zum Klang von Fröschen und Akkordeon aus einem nahen Saal …

»Ich bin sicher, dass der Mond in einer menschlichen Atmosphäre schwebt. Es ist nur ein ferner Schauplatz des Dramas der Welt; ein weiträumiges Theater, das die Götter uns geschenkt haben, und unsere Handlungen müssen es ausstatten. Mehr Meer ist hier, und Land, Berg und Tal – ein fernerer Westen, eine Frische und Wildheit auf Vorrat, wenn alles Land geläutert sein wird. Ich sehe drei kleine Seen zwischen den Hügeln nahe ihrem Rand, und sie spiegeln die Strahlen der Sonne … ich meine die Rippen der Geschöpfe zu sehen. … so viel ist zwischen mir und ihnen. Es ist dort vielleicht Mittag und Schiffe liegen im Himmel vor Anker oder segeln auf den Meeren, und dort ist Lärm auf den Straßen, und in diesem Licht oder in jenem Schatten sinnt eine ruhige Seele.

Aber jetzt fliegen Käfer über seine Scheibe und bringen mich zurück zu Erde und Nacht.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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Fotorunde ::: wellenberge

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thoreauvian & Traumthesen ::: sich selbst sehen, unterlass, traumsein

»Wir kennen uns selbst nur durch eine Art freiwillige Blindheit und ein Unterlassen des Sehens, wie wenn wir die Sterne aus den Augenwinkeln sehen. Der Entdeckung dessen, was wir sind, kommen wir in Träumen am allernächsten. … Und närrisch sind solche, die mit dieser Absicht in Spiegel blicken.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch I)

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