thoreauvian ::: Fluss & Psyche, Karytiden, keine Hirngespinste

»Wir passierten einen Mann der am Ufer mit einer langen Rute aus Birkenholz angelte und einen Hund an seiner Seite hatte – sie standen wie Karyatiden unter dem Sonnengewölbe. …«

Langsame Zweifel ob der Fluss einem so feinfühligem und sich leicht übersteigenden Naturell wie Herrn Thoreau über die Dauer einer mehrtägigen Bootsfahrt zuträglich ist. Durch ihr nahes Rudern vertreiben sie sein Anglerglück auf unbestimmte Zeit. Doch noch weit entfernt steht der Angler noch immer unbeweglich,

»als der einzige Gegenstand, der auf der weiten Au dem Auge Abwechslung bot. … er und sein Hund! (es war ein vorzüglicher, bedächtiger Hund) möge es ihnen wohlergehen. Ich denke dass wir uns wiedersehen. Er war für mich kein Hirngespinst.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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Fotorunde ::: free in, river

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Fotorunde ::: free< k >out

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Bloc Party | 25.06.19 | Parkbühne

Abays Postband Razz ist diesmal Vorband. Sehr vernünftiger 00-Jahre-Retro, Reminiszenzen an Interpol et al.

Die erwartende Spannung. Das Publikum in der Zwischenpause ist trotz alles belegender Hitze hibbelig, die eine Hälfte hüpft immer mal wieder auf und ab, die andere wippt mit einem Bein. Und irgendwann ist es soweit, Bloc Party in halber damaliger Besetzung, neuen, vermutlich nicht mehr ganz neuen Bassisten und Schlagzeugerin betreten die Bühne. Beginnen mit einem der ruhigeren Lieder, unklar ob der Sound sich noch einspielen muss, oder nein, oder doch, Änderungen an den Arrangements vorgenommen wurden. Hie und da Abzweigungen in der history lane genommen werden. Hr. Walte berichtet aus späterem Forenstudium von der überzeugenden Vermutung das Album sei rückläufig abgespielt worden. So beginnen wir mit two more years, treiben über little thoughts und compliments* weiter zurück, und immer weiter zurück und entdecken das nie Vergessene neu. Die übereinander und oftmals auf so schwer nachvollziehbare Weise ineinandergehenden Layers der Songs treiben durch die mit Mückenspray durchsetzte Sirupluft wie verlangsamt auf einen zu, während einen das Grün der umstehenden Bäume umringt, und den Blick immer mal wieder abfängt. Und man kann sich eine Weile vollauf damit beschäftigen diesen so speziellen Bloc Party-Effekt auszuloten, den man immer unbewusst mitfühlt, wann immer man an ihre Musik denkt, aber live nochmal neu, unmittelbar und intensiv wahrnimmt, und die besondere Schönheit ihrer Musik ausmacht.

Die verschiedenen Lagen sind durchsichtig, die Songs haben immer, bei allen harten Einschlägen und Schrammen, etwas darüber und darunter und alles umgebendes schwebend Ätherisches, durch das der besondere Drive von Bloc Party gleitend hindurchmanövriert, die Beschleunigung zwischen vollkommener Ruhe und Geschwindigkeit, Brüche, Abruptheit, sie mögen sich direkt aus dem Herzschlag und Lebensgefühl von Kele Okereke speisen. In ihm und den Liedern von Bloc Party scheint eine nahezu Gleichzeitigkeit an unterschiedlichen Stimmungen zu existieren. Ein stetes Flimmern zwischen Hektik und Ruhe. Silent & Alarm.
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Fotorunde ::: Apotheker & Botanischer Garten Juni 19

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Fotorunde ::: Exp. Leuschner IV

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thoreauvian ::: Wahrheit & Kokosnuss

»Trotz des unerklärten Geheimnisses der Natur, betreibt der Mensch seine Studien immer noch mit Zuversicht, immer bereit, das Geheimnis zu packen, als wäre die Wahrheit bloß enthalten und nicht vorenthalten – wie einer der drei Ringe an der Kokosnuss so weich ist, dass man ihn mit einem Dorn durchstoßen kann, und der Reisende dankbar ist für die dicke Schale, die so sicher die Flüssigkeit barg.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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pratchett ::: sich selbst sehen

»doch Hilta kicherte wie jemand, der gründlich über die Welt nachgedacht und den Witz darin gesehen hatte.«

(Terry Pratchett, Erbe des Zauberers)

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Fotorunde ::: Exp. Burgaue II

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free in, June ::: wald nie weit

»der Wald von Ajer Manteior bot mir so viel Interessantes, dass ich nicht das Bedürfnis verspürte, mich weit vom Haus zu entfernen.«

(Odoardo Beccari, Entdecker der Titanwurz in: Stefano Mancuso, aus Liebe zu den Pflanzen)

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golden dragon fly chase ::: Exp. Burgaue I

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free in, June ::: ruhe nie reise, entschlossen das nichts erreichen

am Vorabend »einer nie stattfindenden Reise. Muss man zumindest muss keine Koffer packen, noch auf Papier Pläne machen, die unfreiwillig einhergehen mit Vergesslichkeit, für den noch freien Teil des folgenden Tages.

Man muss nichts tun am Vorabend einer nie stattfindenden Reise.

Große Ruhe, da es nicht einmal mehr etwas gibt, weshalb man ruhig werden müsste! … Große Gelassenheit, … da zu allem Überdruss, der Überdruss vergangen ist, und man entschlossen das Nichts erreicht hat. Große Freude, da man nicht fröhlich sein muss wie eine verkehrte Gelegenheit.«

(Fernando Pessoa/Àlvaro de Campos, am Vorabend, in: Poesie und Prosa)

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botanisieren ::: free in, June

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Fotorunde ::: Exp. Leuschner III

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Fotorunde ::: gleis-nah-tur

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