Fotorunde ::: botanisieren am Wegesrand

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thoreauvian ::: herausragend verschleiert

»Es gibt Gegenstände in der Natur, die alle Unterschiede und Grade darstellen, die unseren Gedanken vertraut sind. Die Natur ist ebenso zivilisiert wie wild – auf immer und unveränderbar. Nachdem ich viele Tage über in meinem Zimmer gesessen und die Dichter gelesen hatte – ging ich an einem nebligen Julimorgen früh hinaus und hörte die Schleiereule im nahen Wald schreien. So verkündete mir ein Laut – eine neue Dynastie.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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blessed ::: tropfender Schillerhühner

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thoreauvian ::: zum leben erwachen

»in welchem Augenblick auch immer wir zum Leben erwachen, wie ich jetzt heute Abend, nachdem ich am Ufer entlangspaziert war und manchen Abendgeräuschen gelauscht habe (die schon ehemals gehört wurden), scheint es, dass ich direkt unter der Oberfläche geschlafen habe … Alle Handlungen und Gegenstände und Ereignisse verlieren in dieser Stunde ihre fest umrissene Bedeutung – in der Helligkeit des Anblicks – wie wenn manchmal das reine Licht das die untergehende Sonne begleitet auf die Bäume & Häuser fällt, ist das Licht selbst das Phänomen – und kein einziger Gegenstand ist für unsere Bewunderung so klar wie das Licht selbst ….«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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knausgård ::: prosa å hvile i, hvorfor handlinger?

»jeg likte den, selv om det ikke var noen handling i den … men langsomt vinner han over landskapet, eller landskapet over ham … Jeg tenket at prosaen var noe man kunne hvile i, slik at man kan hvile i et sted, under et tre eller i en stol i en hage, og at det hadde en verdi i seg selv. Hvorfor skulle man egentlig skrive om handlinger? …

… Hva var beskrivelsen av en far mot en beskrivelse av et tre på en eng? Beskrivelsen av an oppvekst mot beskrivelsen av en skog sett fra en høyde? Hadde jeg bare kunnet beskrive en skog fra en hoyde! ….«

(Karl Ove Knausgård, Min Kamp 5.
Om Sir Vidiadhar Surajprasad Naipaul, The Enigma of Arrival)

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roger ::: morphologisches memento, flora der vergangenheit

»Die Wiesen, die hier nicht mehr existieren, die üppigen, wilden, mit Hunderten verschiedener Pflanzenarten, die Mischwälder, die verstrüppten, die verschwindenden, deren Unterholz gekämmt und dann beseitigt worden ist, die morphologische Vielfalt der Blattformen, Stämme, sie sind die Antiquitäten der Naturlandschaften, die Flora der Vergangenheit, und während wir es wissen, beginnen wir die Pflanzen bereits im Prozess ihres Sterbens zu betrachten, als Exemplare einer Spezies, die noch da ist, den eigenen Abschied aber schon angekündigt hat.«

(Roger Willemsen, Der Knacks)

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botanisieren et al. ::: frey auf dem rödel

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streumen ::: an all diesen stellen das glück

»… an genau dieser stelle versickert das glück. zu retten bleibt nur was aufgeführt ist im inhaltsverzeichnis der see, der halde versandeter wälder: hühnergötter zu finden bringt glück!! hühner zu finden nicht, tote vögel finden nicht, löcher zu finden schon … auch bernstein, blutproben alter bäume, nur die einschlüsse guter, surrender träume niemals zu finden. im schlick nie mehr kronen, echsen, nie ein stück wind.«

(Ulrike Almut Sandig, Streumen)

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Fotorunde ::: plagwitz ruderalia

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Fotorunde ::: heat and meet

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Fotorunde ::: wald & wärme

Sehr entspannt aus dem schattenwarmen Wald zurück.

Das ist also Wald im zu heißen Hochsommertrockentag. Die Luft ist so warm wie draußen, mit Schatten, aber ohne Kühle. Dafür in allen Gelenken eine irgendwie innen ruhende geschmeidig ohne Anstrengung erwärmte Freude beim Bewegen. Zahllose Raschelmäuse zeigen sich meinem Objektiv nicht, einmal sogar eine ganze Herde, die sich im flirrenden Schattendunkel nicht fokussieren lassen. Beschließe für jedes nicht erwischte Rascheln eine nichtssagende Aufnahme von weitem Waldboden zu machen. Doch später dann! Meine erste Maus, wenn auch fern & unscharf. Viele Zwietschies, winzig, ebenso unfokussiert, darunter vielleicht auch Schwanzmeisen und ein auf dem Rückweg immer näher an mich ran hüpfender Buchfink. Der Hund Oskar. Hexenkraut, aber keine Knabenkräuter. Waldhitzeimpression.

… mehr Wald & Wärme

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knausgård ::: waldgefüllt

»solen flommet over det skogfylte landskapet … elvene glittret, bladene i lovtrærne blinket … spillet av lys og farge … jeg stod lenge inntil vinduet og så på detaljene i landskaept som kontinuerlig forsvant … de nye som hele tiden kom rennende … det eneste som ikke forandret seg var jernbaneskinnene vi fulgte … og de to punktene av gjenskinn fra solen som hele veien lå på dem og skimret. Det var et merkelig fenomen. … byen rundt meg var nedsenket i den døsigheten som bare sensommerettermiddager kan frambringe.«

(Karl Ove Knausgård, Min Kamp 5)

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Fotorunde ::: Exp. Leuschner V

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thoreauvian ::: Fluss & Psyche, Karytiden, keine Hirngespinste

»Wir passierten einen Mann der am Ufer mit einer langen Rute aus Birkenholz angelte und einen Hund an seiner Seite hatte – sie standen wie Karyatiden unter dem Sonnengewölbe. …«

Langsame Zweifel ob der Fluss einem so feinfühligem und sich leicht übersteigenden Naturell wie Herrn Thoreau über die Dauer einer mehrtägigen Bootsfahrt zuträglich ist. Durch ihr nahes Rudern vertreiben sie sein Anglerglück auf unbestimmte Zeit. Doch noch weit entfernt steht der Angler noch immer unbeweglich,

»als der einzige Gegenstand, der auf der weiten Au dem Auge Abwechslung bot. … er und sein Hund! (es war ein vorzüglicher, bedächtiger Hund) möge es ihnen wohlergehen. Ich denke dass wir uns wiedersehen. Er war für mich kein Hirngespinst.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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Fotorunde ::: free in, river

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