26. March 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Erkenntnisse und Offenbarungen, PGI, Zitatsammlung, sich selbst sammeln
»Jedes Werk von großer Autorität und Genialität schiene in unserer Vorstellungskraft den gesamten Raum zu durchdringen und zu durchfluten.«
Im Verstehen was das Lesesehnen nach Thoreau entstehen lässt, beantwortet Hr. Thoreau sich selbst. Es geschieht in Werken, die das Selbst durchfluten; sie füllen es an, und aus. Verbinden sich mit dem Selbst, und sind danach nicht mehr zweifelsfrei davon zu unterscheiden, und schon gar nicht mehr daraus zu lösen.
»Sein Geist, gleichsam ein feinerer Äther, zöge zusammen mit den vorherrschenden Winden eines Landes dahin – und verliehe den Wiesen und den Tiefen des Walds einen neuen Glanz und umspülte die Heidelbeeren auf den Hügeln, wie manchmal ein zarter Einfluss am Himmel in Wellen über die Felder strömt und an einem unsichtbaren Strand in der Luft zu branden scheint. Er würde die Morgen- und die Abendstunden zubringen – und alle Dinge würden ihn bestärken. Als ich mich in die Wälder aufmache, überlege ich, ein Buch mitzunehmen, dessen Verfasser sich dort auskennt – dessen Sätze meinen Gedanken in nichts nachstehen und sie weiterführen werden – oder mir menschliches Leben zeigen, das selbst dann noch am Horizont glänzt, wenn die Hügel die Stadt schon verdecken. Doch ich kann niemanden finden, keiner will so weit voransegeln, in die Bucht der Natur wie mein Denken – sie bleiben zu Hause – Als ich die Wälder erreiche, rascheln ihre dünnen Blätter in meinen Fingern. Sie sind klar und deutlich und nicht von einem Lichtschein oder Dunst umgeben. Die Natur liegt weit und heiter hinter ihnen allen.
Ich würde gerne auf den großen und gelassenen Satz stoßen, der sich nur darin offenbart, dass er groß ist, den ich selbst mit meinem größten Scharfsinn nie durchdringen kann und hinter den ich nicht gelange – weiter als der Himmel selbst – den kein Verstand erfassen kann. Ihm sollte eine Art Leben und Zucken gegeben sein; unter seiner Rinde sollte auf immer eine Art Blut kreisen, das seinem Aussehen Frische verleiht.«
(Henry D. Thoreau, Abschriften 1840–1842, in: Tagebuch II)
… und findet das eine als gegenseitige Metapher in dem anderen. Naturaes Bruder. Literaturs Schwester. Das Denken hüpft begeistert um das eine wie es um das andere kreist und aus beiden hervorgeht.
24. March 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, PGI, Zitatsammlung
… windzerzauste Bäume. Salzmarschen. Anblick friedvoller Landschaft. Expeditionszusammenstellung Teil eines komplexen Musters. »Die Wirkung versteht man nur, wenn man dort gewesen ist. Auch die Schönheit all dessen versteht man nicht, und wenn man die Trostlosigkeit schließlich als schön empfindet, dann hat sich etwas in einem verändert. Dann ist die Trostlosigkeit dabei, sich im Inneren auszubreiten.«
(Jeff VanderMeer, Southern Reach)
1. March 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Zitatsammlung, sich selbst sammeln
»… Zufallsgedanken, wie aus einem umgekippten Eimer …«
(Fernando Pessoa/Àlvaro de Campos, … wie an Tagen, in: Poesie und Prosa)
18. February 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Erkenntnisse und Offenbarungen, PGI, Zitatsammlung, sich selbst sammeln
»Sie sind eine sehr komplexe, Ehrfurcht gebietende Anordnung von Materie, die bei Zimmertemperatur stabil ist.«
(Sylvain Neuvel, Giants)
10. February 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, España y Portuguesa, Traumsequenzer Inc., Zitatsammlung, sich selbst sammeln
Lissabon, mit seinen Häusern, und seiner Farbenvielfalt. »Monoton in seiner Buntheit, so wie mein vieles Fühlen nur Denken provoziert … [nachts im Bett] … in der unnützen Geistesklarheit des Nicht-schlafen-Könnens … [möchte sich etwas vorstellen, doch es scheint immer wieder etwas anderes auf, weil er von Müdigkeit übermannt wird] … und mit der Müdigkeit auch ein wenig Traum … [möchte mit seiner Phantasie zu ausgedehnten Palmenhainen] … doch sehe ich, auf einer Art Innenseite meiner Lider, nur Lissabon mit seinen Häusern, ihrer Farbenvielfalt [*] … [doch, lächeln, wenn er so liegt, wirkt es in seiner Monotonie bunt]
… und da ich bin, schlafe ich ein und vergesse, dass ich existiere …« während Lissabon mit seinen farbenvielen Häusern bleibt.
(Fernando Pessoa/Àlvaro de Campos, Lissabon, in: Poesie und Prosa)
* was einem auch in Porto ohne weiteres geschehen kann
9. February 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Traumsequenzer Inc., Zitatsammlung, sich selbst sammeln
»Wir können keinen Standpunkt einnehmen, der nicht jeden anderen Standpunkt verleugnet, den wir auch hätten einnehmen können. Jeder Sonnenaufgang ist ein Traum, den wir verpassen. Durch jede Reise unseres Lebens verlieren wir genauso viel Lebenszeit, die wir gemütlich zu Hause hätten verbringen können. Erst wenn wir den fortwährenden Verlust akzeptieren, sind wir in der Lage alles andere zu akzeptieren.«
(Joseph Fink & Jeffrey Cranor, Der lächelnde Gott)
2. February 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Zitatsammlung, sich selbst sammeln
»Man denke nur an den berühmten Philosophen Ly Tin Weedle, dem jemand während eines Festes die Frage stellte: Was machst Du denn hier? Die Antwort dauerte drei Jahre.«
(Terry Pratchett, Das Licht der Phantasie)
30. January 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal
Begonnen! Das Wiederlesen aller Scheibenweltbücher in chronologischer Reihenfolge. Hochinteressant, ja es holpert noch, und zwar sehr, die Scheibenwelt muss sich erst einlaufen, einspielen, ein… gestern hatte ich ein noch besseres Wort dafür, wobei einlaufen natürlich zu Rincewind passt. Die Bühne und die Figuren und das Zueinander wirken noch wie grob skizziert, was nach und nach zu immer realeren, schlüssigerem Leben werden wird.
Was bereits glänzt, sind diese kleinen Nebenbemerkungen, Gesprächsdynamiken, ironisch pointierte Kommentare zu bestimmten Verhaltensmustern, die Grundlagen der Kosmologie der Scheibenwelt werden entwickelt. Drehwärts, spindelwärts. Alles basiert auf der Acht. Acht Jahreszeiten. Und die Farbe Oktarin, die nur magisch begabte sehen können.
Beinahe schade, dass die Erzählung nicht nochmal erneuert wurde, nachdem der Cast von Ankh Morpork festlag, die Stadtwache könnte nicht mehr als anonyme Drückeberger agieren, sondern es könnten schon Mumm & al. dabei sein. Und der Patrizier könnte mehr wie sein späteres Selbst beschrieben werden.
Hin und wieder bist Du in der Lage weiter Sir Pratchett zu folgen, und freust Dich
an den oktarin stiebenden Ideen, die es doch in Fülle in diesem Buch gibt. Auch wenn es
noch nichts vom gebündelten Handlungsverlauf der späteren Bücher hat.
– krank zu sein, reloaded
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28. January 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, PGI, Zitatsammlung, sich selbst sammeln
Kindheit, verwildernder Pool im Garten. »meine Lieblingsbeschäftigung war, Biologin zu spielen, und über das Spiel wird man manchmal zu dem, was man nachahmt. Oder zumindest ein akzeptables Abbild davon, mit Abstand betrachtet.«
(Jeff VanderMeer, Southern Reach)
21. January 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, PGI, Zitatsammlung
»Meine Proben erzählten ein paar kryptische Geschichten samt Pointen die ich nicht verstand.«
(Jeff VanderMeer, Southern Reach)
15. January 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Zitatsammlung
»sich die Spuren verlieren, sich die Ordnung auflöst, die kausalen Begründungen verflattern und ausgewaschen werden …
… Doch in dem Augenblick, da man den Pfad der Ereignisfolgen über Schwellenerlebnisse und Initiationen verlässt, was bleibt da übrig? Die nackte Biographie, ein undurchdringliches Gangsystem, ein Feld, eine Vielfachbelichtung übereinanderliegender Bilder …
… Die Vergangenheit steckt voller Momente, die immer noch reine Gegenwart sind, Momente beim Wäsche-Aufhängen, beim Wein-Entkorken, beim Aus-dem-Fenster-lehnen. So gesehen bewegt sich die Zeit in manchen Elementen gar nicht, in anderen springt sie, und es gibt vielleicht Menschen, die in ihrem Leben bewusst kaum je etwas Gegenwärtiges getan haben.«
(Roger Willemsen, Der Knacks)
13. January 19
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Zitatsammlung
drei Persönlichkeitsschläge
i »his air of failure had nothing desperate about it; rather it seemed to stem from an unresented realisation that he was not cut out for success, and his duty was therefore to ensure only that he failed in a correct and acceptable fashion.« ii »he didn’t really like travel, of course. He liked the idea of travel, and the memory of travel, but not travel itself. For once I agree with Du Camp, who used to say that Gustave’s preferred form of travel was to lie on a divan and have the scenery carried passed him.« iii »the secret of happiness, he told, is to be happy already.«
(Julian Barnes, Flaubert’s Parrot)
31. December 18
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Erkenntnisse und Offenbarungen, Sci(Fi), Zitatsammlung
fünf Weisheitsanschläge aus der Tastenwelt
i »ich räume lieber gleich ein, dass ich mit Magie genausowenig am Hut habe wie mit Astrologie. Ich bin nämlich von Sternzeichen Stier, und wir Stiere halten nichts von Okkultismus.« ii ein Tagblick durch ein Teleskop — »Das Universum leuchtete, es wurde auch am Tag nicht ausgeknipst! Das wusste ich zwar schon ewig, aber es war trotzdem eine Offenbarung – keine Ahnung von was oder wem oder wozu, aber egal, zu einer Offenbarung sagt man nicht nein.« iii zur Theaterumsetzung von eine Insel. »… kam ich mit vielen Zuschauern ins Gespräch und hörte nur Gutes. Selbst das ältere Ehepaar, das zugab einiges nicht ganz mitgekriegt zu haben, zeigte sich zufrieden damit, dass es eine Idee gab, die man hätte mitkriegen können, selbst wenn es ihnen persönlich nicht geglückt war.« vi »Die Unwissenheit steht bei den Menschen generell nicht hoch im Kurs, obwohl wir auf Erden das einzige Lebewesen sind, das sich wirklich damit auskennt. … Unwissenheit ist etwas wunderbares – sie ist der Zustand in dem man sich befinden muss, ehe man wirklich etwas lernen kann.« v »… wir halten die Zukunft für eine riesige Welle die uns davonträgt. Wir glauben, dass wir sie kommen sehen. Stattdessen bildet sie erst kleine Pfützen um unsere Füße und steigt uns dann ganz langsam über den Kopf, während wir mit anderen Sachen beschäftigt sind. Wir leben in einer Science Fiction Welt und merken es nicht einmal.«
(Terry Pratchett, Aus der Tastatur gefallen)
24. November 18
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Zitatsammlung, sich selbst sammeln
»Das Leben ordnen, Regale einrichten im Wollen und Tun … das will ich jetzt, wie ich es immer schon wollte, mit dem gleichen Ergebnis; Doch wie gut, eine klare Absicht zu haben, unerschütterlich nur in der Klarheit, etwas zu tun!« … Koffer packen für das Endgültige, »und morgen genausoweit sein wie vorgestern – ein Vorgestern das ein Immer ist …
… Auch die anderen sind Romantiker, auch die anderen bringen nichts zustande, auch die anderen schauen ein Leben lang auf ungepackte Koffer, auch die anderen schlafen neben halb verfassten Papieren, auch die anderen sind ich. …
… Ich schaue auf von den Papieren, die ich nun doch nicht zu ordnen gedenke … Ich habe mich von allen Göttern losgesagt angesichts eines unaufgeräumten Sekretärs … Und meine Müdigkeit ist ein alter Kahn, der an einem verlassenen Strand verrottet, und mit diesem Bild irgendeines anderen Dichters schließe ich den Sekretär und das Gedicht.
Gleich einem Gott habe ich weder die Wahrheit aufgeräumt noch das Leben.«
(Fernando Pessoa/Àlvaro de Campos, Beinahe, in: Poesie und Prosa)
27. October 18
· Autor: admini · Kategorie: Bücherregal, Zitatsammlung
»in den unsterblichen Worten von sonstwem: Geschichte heißt einfach nur, dass eines nach dem anderen geschieht. Es sei denn Henry Ford hat das gesagt, dann streicht das bitte. Aber er war ja derjenige der gesagt hat: Geschichte ist Quatsch. Und das ist ganz und gar nicht das Gleiche. Am besten ihr streicht beide dummen und zynischen Sprüche. Die Geschichte ist der Versuch der Menschheit, die Dinge in den Griff zu bekommen. Offenbar ist das nicht so einfach. Es könnte jedoch besser laufen, wenn ihr auf gewisse Details achten würdet: wie zum Beispiel euren Planeten.«
(Kim Stanley Robinson, 2140)