fuchs ::: diffusion, maßstäbe, ruhe

»… die Mathematik – und das ist schließlich der Maßstab (denn so steht es in den Direktiven) – unterscheidet nicht zwischen »ein wenig unordentlich« und »sehr unordentlich« … seine Gedanken werden mutlos und philosophisch. Bohrend und philosophisch. Dunkel und philosophisch. Beziehungsweise: Eigentlich nicht sonderlich philosophisch. Eher und nur wie bei jedem seiner Artgenossen und Kollegen: in ihrer Verstiegenheit trist. Beziehungsweise: durch ihre Kompromisslosigkeit tragisch. Beziehungsweise: tragisch würde ja heißen, dass man durch seine Bemühungen sein eigentliches Ziel untergräbt. Aber das ist hier nicht der Fall. Der Agent und sein Ziel sind deckungsgleich …

… Beziehungsweise, das denkt er natürlich alles nicht. Er denkt gar nichts. Diese Gedanken schweben ihm aber vielleicht über der Gehirnhaut, wie ein niemals endender, weil niemals richtig ausbrechender Schauer. Etwas das viel älter ist als sein uraltes Gehirn … ein ich hinter dem ich. Eine Sehnsucht. … dieses Gefühl niemals einen rettenden Ort zu erreichen – da im eigenen Inneren. Und trotzdem niemals aufhören zu können, danach zu suchen … dieses Gefühl ist identitätsstiftend … im All irrend wie ein Mensch im Wald bei Nacht.

Kurze Diffusion … ein sehnsuchtsvoller Gedanke … der Nullpunkt – die ideale Prosa der Wirklichkeit. Keine Entropie, denkt er vielleicht … und ein religiöser Schauer überkommt ihn. … es gibt ihn: den Moment absoluter Ruhe. An dem das Universum monolithisch wird. Der Ort an dem die Sprache des Universum klar und eindeutig ist. An dem die Waage austariert ist. Die Sehnsucht der Trilliarden Agenten die täglich in der Achsenzone mit einer ungestalten und chaotischen Welt zu kämpfen haben …«

(Nis-Momme Stockmann, der Fuchs)

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