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southern reach ::: ständiger realitätssaum

Vor Area X hatte sie nie geträumt oder sich daran erinnert. Ihr Mann fand das merkwürdig. »Wir alle leben in einem ständigen Traum, ließ ich ihn wissen, wenn wir aufwachen, dann weil irgendetwas, irgendein Ereignis, vielleicht nur eine Kleinigkeit den Saum dessen streift, was wir für die Realität gehalten haben.«

(Jeff VanderMeer, Southern Reach)

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thoreauvian ::: einverständnis des schlafes

»Indem sie die Augen schließen und schlafen – und einverstanden sind sich durch Bilder täuschen zu lassen – begründen die Menschen irgendwo ihr tägliches Leben der Routine und Gewohnheit – das jedoch auf unwirklichen Fundamenten erbaut ist.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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knausgård ::: duskregnet – donny darko drømmeaktig

»himmelen var grå, duskregnet falt stille og nesten umerkelig … stemninge fra en drøm jeg hadde plaget meg« … en musikk tekst »… men donny darko drømmeaktig også« … i hvert fall fylle det han med stemninger fra den tiden da platen kom ut »… og så steg likesom den andre låten rett opp fra den første, jeg elsket den overgangen, noe steg opp i meg også da, og jeg slå hånden i luften flere ganger mens jeg tok noen langsomme steg rundt og rundt.«

(Karl Ove Knausgård, Min Kamp 5)

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thoreauvian ::: unerkunden

»ich war in jenem Alter in dem eine unerkundete Landstraße genügend interessante Gegenstände liefert – wenn jede tiefere Schlucht – oder höherer Hügel – oder neue Brücke und unbekannter Fluss – uns lange Zeit fesselt – und zuweilen führen wir das Interesse und das abenteuerliche Gefühl der Kindheit fort, nicht zu wissen, was wir als nächstes sehen werden.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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night vale ::: bizarre normalität

»Nur weil eine bizarre Sache existierte, existierten nicht alle bizarren Sachen. Wer kann schon sagen ob eine Glühwolke etwas außergewöhnliches ist? Aus irgendeinem Grund kann man winzige harte Körnchen die man im Inneren von Früchten findet in die Erde stecken und Monate später gibt es dort dann einen verdammten Baum mit einem Haufen der gleichen Früchte in denen mehr von den winzigen harten Körnchen stecken.« … Entscheidend ist, ruft sich Nilanjana in Erinnerung, dass es eine wissenschaftliche Erklärung gibt, um Bizarres von Normalen zu unterscheiden …

(Joseph Fink & Jeffrey Cranor, Der lächelnde Gott)

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thoreauvian ::: Vorstellungen gefiederter Wesen

»Keines der gefiederten Wesen hat bis jetzt meinen Vorstellungen entsprochen. Ich hatte gedacht ihr Federkleid würde, wie die prächtigere Tönungen des Abends, stärkere und verwirrendere Farben annehmen, je weiter ich in die Dunkelheit und Einsamkeit des Waldes vordrang.« … verweist auf Scharlachtangare die er, aus der Tiefe mitgebracht, einmal gesehen hat. »… funkelt wie die Kohle eines Feuers inmitten der Kiefern«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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thoreauvian ::: sich selbst triangulieren

Das Praktische, das Poetische und das Philosophische. »das praktische Leben ist das poetische, das sich für sich selbst eine Basis schafft … Breite … Basis … Neigungswinkel durch Wissenschaft bestimmt … das Gebäude des Lebens ist pyramidenförmig … um einen vollkommenen Menschen zu schaffen, muss die Seele ganz wie der Körper sein, nicht zu unirdisch & der Körper wiederum wie die Seele.« … sich schneidende Linien, Höhen, Breiten … »ein Gesetz das derart universell ist – und an jedem Material abzulesen – in der Ethik ebenso wie in der Mechanik – dass es sich selbst als letzte Behauptung auf sich anwenden lässt. Es ist das Herz im Menschen – es ist die Sonne im Weltall – es ist das Ergebnis von Kräften … zieht Linien durch die Länge & Breite der Summe der besonderen täglichen Erfahrungen eines Menschen und seiner Lebensvolumina … es gibt kein ausschließlich moralisches Gesetz. Es gibt kein ausschließlich physikalisches Gesetz.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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le guin ::: nicht mit worten

»Der Künstler behandelt das, was nicht mit Worten gesagt werden kann. Der Künstler, dessen Medium die Literatur ist, tut das mit Worten.

… [Worte] haben auch einen Klang – eine Tatsache an der die linguistischen Positivisten nicht interessiert sind. Ein Satz oder Absatz ist wie ein Akkord oder eine harmonische Sequenz in der Musik; selbst wenn er still gelesen wird, kann seine Bedeutung von dem aufmerksamen Ohr klarer erfasst werden als vom aufmerksamen Intellekt.«

(Ursula K. le Guin, Linke Hand der Dunkelheit – Vorbemerkung)

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fforde ::: jeder schlaf seine eigene würde

… Don Hector hatte ein Nebenwirkungsfreies Morphenox entwickelt, und wollte damit an die Öffentlichkeit. Für jeden zugänglich. »ein globales Winterschlafdorf, mit gleichem Schlaf und gleicher Würde.«

(Jasper Fforde, Eiswelt)

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fforde ::: jeder winter seine eigene würde

… Im Zweifelsfall wäre er mit dem Dormitorium untergegangen. »Ich lernte, dass der Winter eine seltsame, ganz eigene Integrität besaß«, … wie dodersche Wege ihre Würde.

(Jasper Fforde, Eiswelt)

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fforde ::: anstelle des winters

»dass wir jetzt, da es auf den Winter zuging, die Verpflichtung hatten uns der Völlerei und Trägheit so entschlossen wie möglich hinzugeben.«

(Jasper Fforde, Eiswelt)

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thoreauvian ::: sich selbst übertreiben

»Übertreibung! Wurde je einem Menschen ohne Übertreibung eine Tugend zugeschrieben? Je ein Laster ohne unendliche Übertreibung? Übertreiben wir uns nicht uns selbst gegenüber oder erkennen wir uns oft als Menschen die wir wirklich sind? … Der Blitz ist eine Übertreibung des Lichts. Wir leben durch Übertreibung. … für einen kleineren Menschen ist jeder größere eine Übertreibung. … und doch, was sind wir wirklich? Gewiss nichts, was der Rede wert ist. … wir verleihen der jetzigen Stunde mehr Bedeutung als allen anderen Stunden.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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thoreauvian ::: dehnbare Stunden

»Der Wechsel von schlechtem zu schönem Wetter, von dunklen, trägen Stunden zu heiteren, dehnbaren, ist ein denkwürdiger Wendepunkt, auf den alles hinweist. … obwohl es schon spät war, erfüllte plötzlich ein Zustrom von Licht mein Zimmer. … Es war nun nicht mehr das Ende einer Jahreszeit, sondern der Beginn. … in der Landschaft lebte eine unsterbliche Schönheit auf … Der Anordnung der Natur schien etwas Kosmisches innezuwohnen. Oh die Wanderdrossel am Abend eines Tages in Neu-England! Wenn ich nur den Zweig entdecken könnte, auf dem sie singt!«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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thoreauvian ::: wie der Sommer für unsere Wintererinnerungen

… Thoreaus Erdboden frei von Schnee, »vergnüglich, die schwachen, zärtlichen Anzeichen des jungen, gerade hervorlugenden Jahrs mit der stattlichen Schönheit der verwelkten Vegetation zu vergleichen, die dem Winter widerstanden hat – die vielerlei Disteln, die noch nicht ihren Samen ausgesät haben – die anmutigen Schilfrohre und Binsen, deren Winter heiterer und prächtiger ist als ihr Sommer – als wäre erst dann ihre Schönheit reif. … Ich werde nie müde, ihre gebogene, wie Schöpfe herabhängende Garbe zu bewundern. Sie ist wie der Sommer für unsere Wintererinnerungen.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

Verstehen wenn man selbst die Jahreszeiten alles genauer betrachtend durchwandert. Sonne, es ist alles so voller Sonnenwärme. Und Wind, trockenes Schilfrohr raschelt aneinander, Moose, Flechten, Möwen, über dem Stadion in weiter Ferne und Höhe vielleicht ein Milan, Baustellenlärm, Springschwänze, doch als ich am Wehr bin liegt alles im Schatten … zurück gehen mit vielen Momenten die man in der Beobachtung schwebte, aufgelöst das ich, einfach nur gehen, sehen, stehen bleiben. Rotkehlchen und Rotschwanz.

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pratchett ::: Zeit bedeutsam halten

»Menschen halten die Zeit für bedeutsam weil sie sie selbst erfunden haben«

(Terry Pratchett, Gevatter Tod)

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