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trisolar ::: leben lenkt zu sehr

»Ding Yi mochte es in der Wüste spazieren zu gehen und seinen Gedanken nachzuhängen, manchmal gab er dort sogar Unterricht. Seine Studenten schätzten das weniger, aber er rechtfertigte seine exzentrische Vorliebe mit den Worten: ich mag verlassene Orte. Das Leben lenkt zu sehr von der Physik ab.«

(Liu Cixin, Drei Sonnen)

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woolf ::: eine Herde Elefanten, eine Wildnis voller Spinnen

»da war ich mit Notizbuch und Stift und dem Vorhaben hierhergekommen, den Vormittag lesend zu verbringen, in der Annahme am Ende des Vormittags die Wahrheit in ein Notizbuch übertragen zu haben. Aber ich müsste eine Herde Elefanten sein, dachte ich, und eine Wildnis voller Spinnen, mich verzweifelt an jene Tiere haltend, die angeblich das längste Leben und die meisten Augen haben, um all das zu bewältigen.«

(Virginia Woolf, Ein Zimmer für sich allein)

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thoreauvian ::: sich selbst lassen

»Ich halte es für den Gipfel der Weisheit, wenn ich mir nicht die Mühe mache, mich zu kontrollieren, und ein Leben mit Klugheit und gesundem Menschenverstand führe, sondern wenn ich über mich hinausschaue, erhabene Vermutungen anstelle, mich zur Durchgangsstraße erregender Gedanken mache, all das lebe, was gelebt werden kann. Was kann der Mensch, der mit sich unzufrieden ist, denn nicht tun?«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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night vale ::: fakten sehen wollen

»Wissenschaft basiert auf Fakten, doch diese Fakten werden auf auf Grund von Hypothesen erhoben, und Hypothesen entstehen durch das was man sieht oder sehen will.«

(Joseph Fink & Jeffrey Cranor, Der lächelnde Gott)

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southern reach ::: kreise, rechtecke

»… wenn man wie ein Wissenschaftler plapperte und wie ein Wissenschaftler herumstolziert, dann war man für Nicht-Wissenschaftler schnell nur noch Gesprächsstoff, aber kein Mensch mehr. Einige Wissenschaftler lebten diese Rolle aus und wurden zu wandelnden … Lehrbüchern. Von Cheney konnte man das nicht unbedingt behaupten, wenn man von kleineren Ausflügen in besagtem Jargon absah, zum Beispiel Quantenverschränkungen.« Control, immer noch auf dem Weg zur Grenze, fängt an Cheneyismen zu sammeln. Was einfach ist denn «er stellte fest, dass Cheney war er erstmal auf Touren, Stille hasste und diese mit einer merkwürdigen Mischung aus gebildeten und saloppen Sätzen pflasterte. – was ist, wenn wir einfach keine Sprache dafür haben? … sind wir überflüssig? … Frage bloß nicht die Armee. Ein Kreis sieht ein Rechteck an, und sieht einen schlecht gezeichneten Kreis. … – Himmel ist das eine lange Fahrt, sagte Cheney in die Stille hinein.«

(Jeff VanderMeer, Southern Reach II)

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woolf ::: insekten, spinnen, komisches

15. Mai, Brief an Vanessa. Imaginiert wie ihre Schwester mit dem Lesen von Lighthouse nicht vorankommt, und ihr daher nicht schreiben kann, weil sie dann gestehen müsste, dass sie noch nicht weiter gelesen hat. Gespräch mit ihrem Duncan, sie solle einfach so tun als hätte sie es gelesen und von einem Meisterwerk sprechen. Greift zum Tintenfass, voller toter Fliegen. »… Käfer haben zwölf Beine, Fliegen nur acht. Willst Du etwa sagen dass Du das nicht gewusst hast? Nun wahrscheinlich gehörst Du auch zu den Leuten die eine Spinne für ein Insekt halten: Wenn Du in Cornwall aufgewachsen wärst, wüsstest Du dass eine Spinne kein Insekt ist; sie ist – nein, ich glaube nicht dass sie ein Reptil ist: sie ist etwas Komisches. Das weiß ich genau. Jedenfalls kann ich Virginia nicht schreiben weil die Tinte eine einzige Masse von Käfer- und Spinnenbeinen ist …«, und schließt den fabelhaft phantasierten Dialog: »So, ist das nicht Wort für Wort die Wahrheit?«

(Virginia Woolf, Tagebucheinträge zu der Leuchtturm)

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woolf ::: wirbel, tumult, ideen!

Ihre Gedanken haben ihre Angelschnur in den Strom hinuntergelassen, »schaukelten Minute um Minute zwischen den Spiegelungen und den Wasserpflanzen hin und her, ließ sich vom Wasser heben und senken … plötzlich die Verdichtung einer Idee am Ende der Schnur … ach wie klein, wie unbedeutend mein Gedanke im Gras liegend aussah … ich werde Sie jetzt nicht mit diesem Gedanken belästigen, aber bei aufmerksamen Hinschauen könnten Sie im Laufe dessen was ich sagen werde, selbst darauf stoßen. Wie klein er auch war, besaß er doch die geheimnisvolle Eigenschaft, die dieser Sorte zu eigen ist – zurück in den Kopf gesetzt wurde er sofort sehr aufregend und wichtig; und als er losschoss und abtauchte und hierhin und dorthin flitzte, löste er einen solchen Wirbel und Tumult an Ideen aus, dass es unmöglich war, stillzusitzen. So kam es, dass ich mich dabei ertappte wie ich äußerst schnell über eine Grasfläche ging …«

(Virginia Woolf, ein Zimmer für sich allein)

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le guin ::: waldfarben

… bei den Zölibatären/Weissagern im Wald. Handdara. »… alles war waldfarben, rot und braun, feucht, still, duftend, düster.« Und dann geht es mit einem Mal in das volle Sonnenlicht einer grünen Wiese hinaus …

»es war ein introvertiertes Leben, selbstgenügsam, stillstehend, durchdrungen von jener einzigartigen »Ignoranz«, die von den Handdarata so gepriesen wird …« Prinzip findet im Wort nusuth (vom Protagonisten als unwichtig übersetzt) seinen Ausdruck, auch Prinzip des Nichteinmischens. Er gibt nicht vor es zu begreifen, aber nach einem Monat dort, beginnt er … zu verstehen …

(Ursula K. Le Guin, Die linke Hand der Dunkelheit)

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d.o.d.o. ::: bewusstsinne

Melissa in der Vergangenheit in Neuengland, gerade angekommen. »… Duft von feuchter, sonnengewärmter Erde in die Nase stieg. Ein paar Minuten lang atmete ich einfach nur. Bewusstsein – das Hier und Jetzt des menschlichen Verstands – ist mit der Umgebung des Körpers durch tausend Stränge verbunden, von denen die meisten uns nie bewusst sind, bis sie alle durchtrennt werden … unsere Sinne nehmen ständig Anblicke, Klänge, Gerüche und Empfindungen auf. Diese werden, wenn man von einer Hexe geschickt wird, unterbrochen, und der eigene Verstand weiß nichts mit sich anzufangen, bis er sich in seine neue Umgebung eingewoben hat. Das dauert ein Weilchen.

… Durch die Zweige eines Baums gesprenkelt wärmte die Sonne meine linke Seite, während die rechte die Unebenheiten von Gras und Erde, herumliegenden Zweigen und knorrigen Wurzeln spürte. Als mein Bewusstsein sich immer mehr auf die neue Umgebung einstellte, fiel mir das Fehlen des ständigen Umgebungslärms der modernen Zivilisation auf. An seine Stelle war ein unglaublicher Vogelgesang und das Summen von Insekten getreten.«

(Neal Stephenson & Nicole Galland, Der Aufstieg und Fall des D.O.D.O.)

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nature – your one wild and precious life

»… Lynch points to the poetry of Mary Oliver, keen observer of the natural world, and especially the poem The Summer Day. After spending a day in the grass, both »idle and blessed«, the poet asks:

»Tell me, what else should I have done? / Doesn’t everything die at last, and too soon? / Tell me, what is it you plan to do / with your one wild and precious life?«

Nothing is more important to Oliver and Lynch than a deep immersion in the present as felt through the senses, and the accompanying feelings of beauty, belonging and connection.«

(A Photographer’s Guide To Slow Seeing The Beauty In Everyday Nature, by John Poole)

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roger ::: sich selbst spazieren

»Seine Gedanken führen den Menschen spazieren, die Richtung bestimmen sie oft selbst. Wer sich je seinen Gedanken überlassen hat, merkt zuerst, wie wenig es die seinen sind.

Es ist ja nicht einmal ein konsistentes Ich da, eine zentrale Instanz … und wenn diese doch einmal bewusst eingreift, dann interpretiert sie wohl nur verspätet und persönlich was vorher unpersönlich da war. Der Fluss der Impulse und der sie interpretierenden Ideen, Ordnungsbegriffe, Passformen entzieht sich weitgehend der Kontrolle. Also umgekehrt: etwas versucht diese Masse der Impulse in ein Ich zu kneten, ihm Gestalt und Notwendigkeit zu geben? Das ist die Persönlichkeit.«

(Roger Willemsen, Der Knacks)

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thoreauvian ::: natur nie älter als

Vergleicht Härten von Stein und Schicksal. Vergleicht Härten von Vergnügen und Schicksal. »was bedeutet jene tragische Veränderung, die kein Gegenstück in der Natur hat – sondern auf das Leben des Menschen beschränkt ist – von Kindheit bis Jugend – von Jugend zum Mannesalter – vom Mannesalter zum Greisentum – während sich die Natur nicht verändert und nie älter als ein Jahr ist. Der Einzelne der vor Dir steht wird Dir von Zwischenräumen erzählen, so weit wie Himmel und Erde auseinander sind. Doch die maßgebliche äußerliche Tatsache bleibt unverändert. Die Winde wehen, wie sie es gewohnt sind – Gras wächst und Wasser fließt … wir sind weder zu früh noch zu spät geboren. Wir sind weder zu alt noch zu jung …«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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thoreauvian ::: und dann die tr-r-r-r-r-r-uuuunnk

Und dann die Frösche! »die derberen Geister alter Weinschlürfer … immer noch nicht zur Buße bereit, versuchen, in ihren stygischen Seen einen Kanon anzustimmen … und ihr Wein hat seine Blume verloren und ist nur noch eine Flüssigkeit … keine süße Berauschung mehr, um die Erinnerung an die Vergangenheit zu tränken … stattdessen … dumpfes Schwellen … der Würdevollste stützt sein Kinn auf ein Seerosenblatt, das seinen sabbernden Kinnladen als Serviette dient … Tr-r-r-r-r-r-uuunk, Tr-r-r-r-r-r-uuunk … bis zu den Kiemen hat volllaufen lassen … und wieder geht die Schale herum, bis die Sonne den Morgennebel zerstreut … grölt vergeblich … und hält inne um auf Antwort zu warten …«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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wallace ::: erfolge nicht auf augenhöhe auffinden

»… wer schnelle Erfolge im Auffinden tierischer Waldbewohner feiern wollte, durfte sich nicht auf Augenhöhe umsehen.«

(Anselm Oelze, Wallace)

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thoreauvian ::: sein & ergebnisse notieren

»tue das das nicht zu tun du dich tadelst. Wisse dass Du nie grundlos mit dir zufrieden oder unzufrieden bist. … geh zum Teufel und komm wieder zurück … stirb wenn du kannst. Scheide. Tausche dein Seelenheil gegen ein Glas Wasser … bemühe dich nicht religiös zu sein, es wird dir nie gedankt werden. Wenn du einen Nagel einschlagen kannst und du Nägel zum Einschlagen hast, dann schlage sie ein. Wenn du gern irgendwelche Experimente machen möchtest, dann mache sie; jetzt ist deine Chance. Hege keine Zweifel, wenn sie dir nicht behagen. Schick sie in die Kneipe … Lies keine Zeitungen. Schaffe dir bessere Voraussetzungen, melancholisch zu sein. Sei so melancholisch wie irgend möglich und notiere das Ergebnis. … höre nicht auf dich zu fürchten; es werden noch schrecklichere Dinge kommen, und das immerzu. … vermeide ja, Dinge so zu sehen, wie du denkst, das sie sind.«

(Henry D. Thoreau, Tagebuch II)

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