Eläkeläiset | 27.04.10 | Moritzbastei

Hinweis. Diese Humppa-Lektion baut auf Humppa Basiswissen auf.

Es ist Sommer. Jahrmarkt. Trubel, Zuckerwatte. Wildes Geschrei aus Fahrgeschäften. Da wo gerade der Jahrmarkt lebt, existiert normalerweise nichts als eine wie geflickt spärlich betonierte Brachfläche in der Stadt. Der Jahrmarkt ist darüber gesetzt, aufgeklebt über die so stumpfe Realität.

Der Jahrmarkt liegt irgendwo in einer Stadt an der Nordsee. Diese Gewissheit zieht man aus dem nautischen Klang der Instrumente die von irgendwoher erklingen. Von wo? Da steht ein Kinderkarussell. Ein motorisiertes Ringelreiten. Und darauf sitzen wir alle, und das Karussell dreht sich. Und es ist bunt. Und es beschleunigt auf Humppa-Geschwindigkeit …

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Mumford & Sons | 15.04.10 | Astra

Lend me your eyes I can change what you see
But your soul you must keep, totally free
(Har har, har har, har har, har har)

In these bodies we will live, in these bodies we will die
Where you invest your love, you invest your life

(Mumford & Sons, Awake my soul)

Nach einem gemütlichen Abendessen irgendwo in der Simon-Dach-Straße trennen sich gefährtliche Wege von Frl. Gründl (Name geändert, doch nicht von mir). Tags darauf werde ich in einem Buch erfahren, dass gründeln die Tätigkeit ist, der Enten in Teichen müßig nachgehen. Doch wie ich dieses Wissen in Beziehung setzen soll, ist mir noch ziemlich rätselhaft. Wir, 2 Kartenbesitzende werden von Frl. Gründer, einer Kartenunbesitzenden noch Richtung Astra gebracht. Eine zufällige Ballung der Wortmatrix, die deren Gitterstruktur sichtbar werden läßt.

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Waten in den Frühling | Zoo Anfang April

Erheben Sie sich! Auf vom Winterlager!

Meinethalben langsam und gemächlich. Aber machen Sie sich auf den Weg. Waten Sie in den Frühling! Er lockt. Golden. Aber vorsichtig. Sonst erwischt er Sie kalt. Waten Sie hinein, sachte, und dann, dann kann Sie nichts mehr aufhalten. Er trägt Sie über den Abgrund.

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Na also. War das nicht schön?

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Get Well Soon | 3.03.10 | Centraltheater

Theatreske Umgebung wirkt unweigerlich auf Stimmung, Auftritt und Wahrnehmung einer Band ein. Das ist in Leipzig mit UT Connewitz und Schaubühne Lindenfels nichts Unbekanntes.

Doch Novum ist wenn der Ort nicht wie eine verfallene Erinnerung ausstrahlt, sondern in Gegenwart glänzt. Noch selbst lebt und höchstens ein bisschen seinem Zweck verfremdet. Das Erklimmen der breiten Treppen hoch zu den Rängen. Rotbezogene Bestuhlung. Leuchter. Der Blick zur Bühne geht nach unten. Alles ausgebreitet, vorbereitet. Und das Endpausenklingeln. Ein Gefühl von Größe, Erwartung schwebt in jedem Luftpartikel. Man sitzt, das Herz steht.

Keine Band könnte mehr genau hierher gehören als Get Well Soon. Wenige vielleicht genau so gut, aber keine besser.

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Zoo zwischen Schnee und Frühling

Der Übergang von einer Jahreszeit in die nächste ist ernst und voll Würde, was einem im innerem Jubel und Spiel leicht verloren geht, wenn es einem nicht durch Weisung im mahnend gestrengem Blick durch einen mächtigen naturoberen Häuptling ins Sehen der Zirbeldrüse gerufen wird …

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BudZillus | 20.02.10 | Absturz

vielleicht sehen wir uns bald wieder auf dem Musikkanal,
da singen wir die Lieder halt zweidimensional

(Budzillus, Das Ende kommt zum Schluss)

Das Schicksal 2.0 beschenkt mit einem ganz und gar wundervollen und grandiosem Konzerterlebnis. Wer es schafft einem Lied wie Rain Dogs aus genialer Hand eine daseinsberechtigte, da eigenständig wundersam tief grölende doch nicht bellende Cover Version einzuhauchen, eine Version die wie eine vage Erinnerung am Gedächtnis klopft, verweht und umwunden wie ein Geschenk durch die Zeit, der hat mich gewonnen.

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Zoo im Schnee #2

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Schnee im Wald und Black Rider im Centraltheater | 29.12.09

Wald bei Tag. Es ist nicht leicht sich im Wald nicht zu verlieren wenn man unbekannten Pfaden folgt. Im Widerstreit zwischen durch Autobahngeräusche und deren Abwesenheit geführter Orientierung und der Neugier die einen immer den anderen Weg als verheißungsvoller weist, dort wo die Baumstämme im Entfernungsdunst immer unsichtbarer werden, wo Schnee und Eis glitzern, die Schwingen von Greifvögeln im Wind nicht zu hören sind, abschmelzendes Eis gluckst und einen Bach entlanggurgelt, und am Ende des dunklen Waldpfades das Draußen in leichtgelben Licht sicher erreichbar scheint.

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Moni on Ice und Zoo im Schnee

Trotz Landei-Status war ich heute einer zurückhaltenden Neugier folgend zum ersten Mal auf einer zugeeisten Wasseroberfläche. Der See im Rosental ist ein beschauliches Kreisrund von etwa 50 m Durchmesser. Schon von Ferne sehe ich schlittschuhlaufende Menschen. Als ich daran auf meinem Zooweg vorbeigehe, tapst sogar ein altes Omchen ihrnichts sorglos bis zur Seemitte.

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Jeniferever | 05.12.09 | Ilses Erika

Wir schreiben das Jeniferever-Konzert Numero IV im Sternzeichen der Konsistenz und des andauernden Glücks. Und so wurde vorgschlagen dass als einziger Satz hier stehen solle:

Sie waren wieder da. (III, II)

Gelesen und innerlich gesprochen mit glückvoller Wärme im Gesicht, wäre damit auch schon viel gesagt. Aber nie alles.

Vorspann. Die Luft nieselt und ist Ungemach. Es ist Nacht und das Konzert ist auf 23 Uhr angesetzt. Wir verbringen die erste Wartezeit in der Connstanze und begeben uns 10 vor 23 Uhr Richtung Ilses Erika, treten ein, werden aber wieder vor die Tür verwiesen. Unschlüssig ob die 10 Minuten vor der Tür wartend verbracht werden sollen, fühlt man sich vielleicht in anderen Wetterlagen. Nicht in diesen. So wird die Verlängerung der Karl-Liebknechtstraße entlanggepilgert, auf der Suche nach Unterschlupf. In erwählter Kneipe Nummer 1 scheuen wir den durchqualmten Anblick der anderen Gäste und schwimmen so in ein neues, kleines und feines Wohnzimmer-Kneipchen mit putzigem Fischlogo. 3 Wein, keinen Becherovka und 1 Portwein später hasten wir mit eingezogenem Kopf wieder an den Ort der Verheißung.

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The Heavy | 17.11.09 | McCormacks Ballroom

Blick auf die sich endlich auf der Bühne sammelnde Band. Der Bassist würde wohl durch Bemützung, darunter hervorlugenden Haarstränen und Bärtigkeit ohne weiteres bei Portugal. The Man aufgenommen werden, und so ist es nicht Wunder dass The Heavy in einigen Detailheiten an den wildabwechselnden Mix von Portugal. The Man erinnern, mit stilsicherer Sicherheit das zusammenstellend was dann nicht mehr anders kann als zusammenzugehören.

Der Soul und eine eingeschmiert hochgleitende Stimme wie von Prince reiben aneinander und werden von sehr viel Bass und Schlagzeug wie auf einem Trampolin katapultierend in der Schwebe gehalten, sodann HipHop-Rap-Gesang darunter gestreut, und hinter der nächsten Schwingung wartet wieder das Unerwartete, schon der Groove oder heruntergebremst sägendes Swinggequietsch.

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Im Zeichen des Vogels

… die meisten Familien halten sich einiges darauf einen irgendwie gearteten Vogel zu haben. Meine Familie besaß Generationen über Generationen gewellter Sittiche …

Die weibliche Teilmenge meiner Familie, die sowohl aus Teilen der Elternmenge als aus der Gesamtheit der Töchter, aber aus Mangel an brüderlicher Anwesenheit nicht aus der Gesamtheit der Kindmenge besteht, bewegt sich in einem durch die elterliche Teilmenge bestimmten langsamen Tempo bei wärmstherrlichen, alles mild umfließenden Sonnenschein durch das Rosental in Richtung Zoo.

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Gold. Goldt. Gold.

Irgendetwas in meinen Genen drängt mich dazu dieser Tage stampfend durch enge Gänge marschieren zu wollen und dabei das Zwergenlied lauthals anzustimmen. Doch sind enge Bergwerkschächte weit weg, so dass ich dem in anderer Weise nachgeben muss …

Dreierlei kam bisher zu Tage. Es ist nicht alles Metall was Gold ist …


Gold 01
Das Gold in der Natur und mir.

Es gibt ein goldenes Geheimnis in diesem Herbst das bis in den tiefsten Winter leuchten wird.

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Auf die Äpfel, fertig, los!

Fruchtlockende Erzählungen treiben Jean Luc, Odysseus og meg gen Mutschlena, dem sagenhaften Hort nordsächsischer Obstsaftindustrie [... mehr Bilder, mehr Eindrücke]

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Im Auge des Tigers

Instinktwandlung durch Jahreskartenbesitz. Galt dem Zoobesuch früher Sonnenwetter als erstebenswertest, gilt es nun den Geist wider seinem Unwillen bei Schnee, Regen und Sturm ins Rosental zu treiben. Bei schönen Wetter sollen die anderen, das niedere Tageskartenvolk den Zoo durch ihre Anwesenheit in Massen bevölkern und lautschallend, drängend und querlaufend bereichern.

Der Connaisseur betritt das Feld wenn all jene nicht mehr dort sind, im stillen Genuß der vermatschten einsamen Wege und voll Freude über die nun — mit den Jahreskärtlingen unter sich — ausgelassen tobenden Tiere, und nickend den weisen Worten von Sielmanns Geist lauschend, der behende in diverse alte Herren schlüpft um an jedem Panzerglasfenster, an jedem Zaun, an jedem Gatter ein paar Insider-Informationen über das darin vorhandene Vieh zu streuen, und einen so durch die Weiten des Zoos zu geleiten.

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