Du befindest Dich im Archiv ... Bewegte Töne & Bilder

Golden Kanine | 6.02 | Schaubühne Lindenfels

This . Is . Happiness . Freude am Bass . Freude am Schlagwerk . Freude an den Blechblasinstrumenten . Freude an den Gitarren . Und Freude am Gesang.

Wenig ist dem vor zwei Jahren Erlebtem hinzuzufügen . leider viel zu wenig ausgefüllter, dafür gut geheizter Konzertraum wird dennoch brav von der Band aufgrund der halv-a-Dome-Hintergrundkulisse gelobt . deutlich und diesmal unverzerrt tönender, hervortretender Bass erfreut . akustisches Salonklavier wird irgendwann während der Zugaben von zwei Bandmitmenschen, dabei lässig eine Zigarette glimmend, bespielt; wenn man auch kaum einen einzigen Klang daraus erkennen kann, so ist dies doch ambientesinnig hervorzuheben . Postrock-Spielereien, Geräuschwände hochzimmern, an den Verstärkern gelehnenter Bass als Erzeuger besonders schönes eigenwilligen Kraches wird aufmunternd angerumst. Dann das Publikum in diesem Klangraum zurückgelassen … alles . alles . so schön wie vor zwei Jahren. So schön wie zum Beispiel in diesem Konzertmitschnitt.

Comments off

Church of Misery ::: Monster Magnet | 28.01.14 | Werk II

Welche parallelen Empfindungen entdeckte M. Bloom kürzlich in ihrem Leben?
Nicht gänzlich, aber zum Teil, eduzieren das musikalische Werk Monster Magnets von Dave Wyndorf und das Erzählgut Ulysses von James Joyce erstaunlich ähnliche Gefühlsregungen.

Anlässlich welchen Ereignisses fand diese Entdeckung statt?
Der Besuch eines Konzerts der Band.

Ist B. Moon eine bewundernde Anhängerin der Hauptband besagten Konzerts?
So kann man das nicht sagen. Sie steht der Band ausgeprochen innerlich gespalten gegenüber.

Welcherart ist die Ähnlichkeit der erzeugten Gefühlsregungen beider Kulturprodukte?
Deren prägende Gemeinsamkeit ist das hin- und herwogen zwischen glücklich empfundener Bewunderung und argoniegeprägtem Ausharren.

Ist sie mit derart gespaltener Bewunderung vertraut?
Nein, für gewöhnlich bewundert M. uneingeschränkt und ohne Maß.

» Weiterlesen

Comments off

Rue Royal | 2.11.13 | UT Connewitz

Es ist nun schwarzweißschriftlich. Das UT ist die feinste Venue in Leipzig, wenn nicht gar ganz Deutschlands, oder in bescheidener Eigenmeinung der ganzen Welt, so zumindest geht die Kunde in Musikerkreisen. Zu verdanken haben wir dieses Wissen dem unermüdlichen Autographensammeln des Maqui, der es Brooklyn Dekker von Rue Royal aus dem Handgelenk leierte. Weiteres Wissen seither. Die Anwesenheit eines autogrammierendes Künstlers erhöht Tonträgerverkäufe.

Rue Royals Label Sinnbus lädt zu Geburtstagsfeierlichkeiten und einem musikalisch bunt gemischten Abend. Eröffnet wird der Abend von Miss Kenichi und Band. Das Intro setzt einen frei verloren um Wochen zurück, als Godspeed! You Black Emperor auf der Bühne standen. Aus der Gitarre links hoch verschimmende verzückende Wabertöne, die Bühne flirrt. Darin versinken Schlagzeugwirbel und Tastentöne.

Das erste Lied verwandelt die Vergangenheit in die Gegenwart. Die Stimmung mehr oder minder Americana überschrieben. Herbe Gitarrenklänge, einzeln abgesetzt, Musik deren Puls aus dem Moment zwischen 2 Tönen lebt, wechselnd mit einem schwer zu widerstehendem, sehr solidem Drive, begleiten Miss Kenichis Gesang, während sie abwechselnd selbst an einer Gitarre steht, oder hinter einem gezimmerten Holzkastentasteninstrument langgezogene Akkorde greift. Ihre Stimme, nicht minder herb erst, dann süß und klar, immer melodisch, trotz Brüchen und Kanten, mich hin und wieder an die schöne Eigensinnigkeit von Therese Aunes Stimme erinnernd.

» Weiterlesen

Kommentar schreiben »

Bohren & the Club of Gore | 6.10.13 | Centraltheater

Bohren & the Club of Gore, das sind coole Typen, die ihre Spielfreude im Griff haben.
(abgewandeltes Zitat Bandeigensicht)

Die nachtdunkle Bühne hallt von Absatzklackern und im Nebel kaum zu erkennenden Taschenlampen wieder, als die Band sich den Weg zu ihren Instrumenten ausleuchtet. Vereinzelte brachialdumpfe zurückhaltend geschlagene Klänge auf dem Schlagzeug. Die Zeit zwischen zwei Schlägen des Universums in der ein Saxophon umherschweift. Umtanzt von distinkten glockenhellen Plängen des Vibraphons und des Tasteninstruments. Flackernde Augenlieder. Lynchappeal.

Kommentar schreiben »

Godspeed You! Black Emperor | 5.08.13 & 6.08.13 | UT Connewitz

Werte Dame C., ich habe von Ihnen geträumt!

Wir standen am Küchenfenster des Paul-Gruner-Institutes, und mein Blick ging glücklich über den weiten tiefblauen See hinweg. Ich teilte Ihnen mit, wie sehr mir die Aussicht aus Ihrem Küchenfenster gefällt, wie grandios es ist, auf diesen wunderbaren marineblauen See zu schauen, auf dem sommerliches Getummel herrscht. Nicht weit vom Fenster trieb aufrecht eine kleine Gruppe in Tauchkleidung im Wasser, einen kleinen Kreis um einen Strudel bildend, ihrem Blick folgend erkannte man einen kleinen Orca, schwarzweiße Flecken im Wasser. Wir haben uns ekstatisch über diesen Anblick gefreut. Erst nach dem Aufwachen wurde mir klar, dass es ja gar kein See ist, den man von Ihrem Fenster aus sieht, sondern dass der Blick auf das Meer geht …

» Weiterlesen

Kommentare (1) »

Mister Barnes in the House

His name is Digger
and he’s hanging ’round our door,
nobody knows
what he’s looking for

Comments off

Bemustert ::: Rue Royal, Remedies Ahead; Sinnbus Records

opulent verträumte schönheit für tage an denen die welt wie honig fließt

Ein Lied. Eine Einladung. Band- und Albumname strahlen in ihrer Verbindung gediegene Verträumtheit aus. Das Lied hat in seiner Art etwas von einem Abenteuergang in wilder Natur, jede Stelle ein kleines Universum für sich. Der ganze Hintergrund so vielschichtig und abwechslungsreich mit Klängen angereichert und durchsetzt, alles so leichthin ineinander verschwebend, dass meine leichte Elektrophobie mühelos von meiner Neugier überwunden wird. Set Out To Discover.

Set Out To Discover auf Soundcloud

Alike Mumford and Sons, Azure Ray, Last Unicorn, Therese Aune, Talking to Turtles, Janove Ottesen, das Unterwasserweltgefühl der Shins

01 Changed My Grip zweifacher Gesang wie ein samtweiches Band, dazwischen werkelt, klopft, klackert, drumst und klavierklirrt es in ruhevoller Inszenierung, schlägt dabei aufs Herz und tänzelt froh auf dem Gemüt. Behangen behäbig gemütlicher Sommertag. Die Zeit fließt träge wie Honig. Wohlgefühl das aus dem herben Geräusch einer Gitarre, dumpfen Bassschlägen und dem süßen Klang von Stimmen entsteht. Unscheinbar elektronisch akzentuiert   02 Set Out To Discover schlichter Beginn, durch die Weite streifende Stimmen, und dann (dieser traumhafte Drive) setzen die Stimmen und Instrumente ein, nehmen Fahrt auf, wie das endlose Luftanhalten am höchsten Punkt einer Achterbahn, zum Ausstrecken und Augen schließen schön legen sich einzelne hohe Pfeiftöne und sachtes Quietschen wie sanftes Schlingen oder Vogelgezwirr ums Gehör   03 Tiny Parcels verzückendes Elfenland, verspielt, Zauberhand, einzelne Geräusche sprießen wie exotische Pflanzen aus dem Boden. Es stellt sich etwas aus der Erinnerung ein. Proust stellt fest, dass ein Leser durch jedes Buch wie in einem Spiegel in sich selbst liest. Musik lotet gleichfalls das Innere aus, und fördert wenn auch nicht immer eine Erkenntnis dann doch oft eine Erinnerung an die Oberfläche. Die Vergangenheit glimmt auf, das kindheitsbegeisterte Gefühl am Anleger Bensersiel in Wartestellung die Titelmelodie von The Last Unicorn zu hören. Es wird unter anderem an der Stimmverwandtheit des Sängers festgemacht. Ein überaus schöner und beruhigender Klang   04 Pull Me Like A String die Gitarre zeichnet einen weiten Hintergrund auf, die Stimme des Sängers erzählt, leicht brüchig, dann fliegen beide Stimmen umeinander, Plattensprung, hell übereinander abgerissene Silbenklänge, es endet, ein sehr zufriedenes Gefühl hinterlassend, auf immer weiter auseinandergebreiteten sachte rumsenden und krachenden Geräuschen   05 Dark Cloud Canopies leise, Melancholie verschlungene Melodie, wie ein Spaziergang im Herbst am Fluß, einer Wiese, durch einen Wald, wenn man in dieser Stimmung ist   06 Almost Ghostly zeigt solides Americanahandwerk, die Drums klingen hin und wieder vereinzelt wie die zufälligen Geräusche aus einer Küche in der gerade Töpfe bereitgestellt oder beiseitegeräumt werden und bereiten so eine gemütliche Zuhauseatmosphäre. Gut wenn man in seiner Küche Gäste mit der passenden Stimmgabe dafür sitzen hat   07 Carving Up Islands erinnert ein My an Ottesen. Dahinplätschernde Gitarre, langsam doch ausladend geschwungene Gesangbögen, nichts weiter   08 Shouldn’t Have Closed My Eyes hier passiert was, einiges, aufgewühlt, ein Signal zum Aufbruch. Ziehender Gesang. Ein Elektroeffekt wie ein Herzklopfen. Bass Beat. Eine Hymne   09 Settle In, Settle Down Schlummertaste drücken. Ein neues Lied. Nur nochmal kurz. Gezupfte Gitarre, liebliche Frauenstimme, wabernde Musik, Erinnerungen an die kaum je gehörten Azure Ray, die man aber gerade vor zwei Tagen wie neu entdeckt hat, und der Tag geht dahin   10 Try As They Might bewundere vor allem die selbst so schwer zu spielende Weichheit, in diesem Fall der Gitarren, der Stimmen, und noch schöner, diese weichen Töne, vor, nach und während lauter Krachsstellen, vorantreibenden Sound, Beats, im Wechsel mit einem aufschwebenden weit ausholenden Oh-oh-oh, und dazwischen eingesprengselte auf- und abplingernde Klangketten   11 Brought Up Somewhere Else das antizipierte Spazierganggefühl ist verschwunden. Auch die Annahme das Album wie einen Spiegel zu hören verflogen. Hitzendes Pulsieren geschlossener übermüdeter Augenlieder im hellen Vormittag nach übermüdeter Nacht, nervös, flimmernd, die Welt dreht sich, in einem verdrehten Walzertakt, flackern, innerlich aufgewühlt doch Ruhe sehnend, Herzschläge, sich kurz hintereinander weg auftürmende Ah-ah-ahs, das Lied gleitet in das nächste hinein   12 Every Little Step wahntolles Getrommel, ihre Stimme, verhalten, vorangetrieben, wird gebremst werden, still stehen, wieder weiterschweben, immer noch das Gefühl eines aufwachenden Mittags, die Augenlieder flattern weiter, die Trommeln hallen weiter, und der Silbengesang formt ein Wiegenlied, die Hand tastet blind auf die Schlummertaste. Nur noch einmal hören. Dann beginne ich den Tag.

Kommentare (1) »

Neurosis | 2.07.13 | UT Connewitz

Terra Tenebrosa. Ein gellender knochendurchdringender und markgefrierender Schrei trillert aus der Fratzenmaske des Sängers. Das ist der Anfang und der Höhepunkt. Die anderen Mitglieder der Band sind ebenfalls äußerst venedisch und fein anzusehen, haben sich in dunkle Kutten gehüllt und feindurchsichtiges Tuch um ihre Köpfe gehüllt. So ein bisschen wie Tuareg, nur ohne Sehschlitz. Es ist ordentlich laut, gibt ordentlich viel Gitarre, der Sänger deklamiert. Doch zuckelt es, gewollt, sicherlich, mehr oder minder in gleichbleibenden Tempo dahin. Nur ein Lied gibt etwas mehr Schwung, der Schlagzeugvermummte gibt mit einem schnellen Lauf über die Highhats die Geschwindigkeit vor, die anderen Mummenschanzen jagen hinterher.

Neurosis, die Halbgötter sind wieder auf der Bühne, ein Festtag wie vor zwei Jahren. Gewaltig, krachend, laut, melodiös, kann der ganze Sound mit einem Mal so herzerweichend sanft werden, wie die Stimme von Angelo Badalamenti wenn er davon erzählt wie David Lynch bei ihm war, damals, um mit ihm die Titelmelodie für Twin Peaks zu erschaffen, und das Herz möchte einem übergehen vor süßem Glücksgefühl. Der Tastenknecht haut wieder mit Inbrunst auf seine Werkbänke ein, die wankend übereinander mit einem Eisengestell verschraubt sind. Etwa nach dem dritten Lied muss er einen Schraubenzieher zücken, um seine Boards schreiten und, von einer kleinen Minileuchte irgendwo an seinem Kopf erhellt, das Gestell wieder fachmännisch festzurren. Auch dies ein herzergreifender Augenblick, in einem Konzert, dass diesmal zwar ohne Zugabe, und ohne Dreimanntrommelkunst auskommen muss, aber trotzdem kein Sehnen offen lässt.

Und nur für den Fall, man wäre an diesem Abend unsäglich, keinesfalls botmäßig, zutiefst bedauerlich jenseits menschlicher Vorstellungskraft zu erschlagen, himmelschreiend müde, unbrauchbar matt gewesen, um das Konzert gebührlich auszukosten, könnte man sich sicherlich folgenden Konzert-Proshot aus Paris zum Nachträumen genieserisch in den Gehörgang drehen. Ja, dies wäre durchaus zu empfehlen.

Comments off

Digger Barnes, Allie Parker & Friedrich Paravicini ::: 21.06.13 | UT Connewitz

Tage vorher hallen die Songs auf dem Trommelfell wieder wie Geister. Denn ihre Quelle ist das Innen, nicht das Außen. Vorfreude darauf wieder den Geschichten, den bekannten Geschichten, doch das ist egal, man möchte sie trotzdem immer wieder von Neuem von Digger Barnes erzählt bekommen, Gehör und Seele zu widmen. Nichtsdestotrotz auch Freude, dass es nicht Runde 3 der Diamond Road Show ist, sondern ein neuer Blend den Abend bestimmen wird und einen Hauch Abwechslung im Wohlgeliebten verspricht. Das Innere des UT verstrahlt wieder behagliche Dunkelheit rund um die glimmend beleuchtete Bühne, auf der das umfangreiche Instrumentarium aufgestellt ist. Ein Konzertxylophon zieht die Hauptblicke auf sich. Daneben 2 Tastenboards, ein Cello, diverse weitere Saiteninstrumente, ganz hinten tapst gerade noch ein Kontrabass auf die Bühne der bisher nicht wahrgenommen wurde, kein Schlagzeug. Klang des Konzertxylophons mit den orgelstrahlenden herunterhängenden Pfeifen wird gedanklich antizipiert. Erstes Lied von Allie Parker wird widererkannt. Digger am Kontrabass wirkt vollkommen anders als Digger im Zentrum des Geschehens. Er ist jetzt Bassspieler, jedes Quentchen von ihm, durch und durch. Bisher unentdeckt lupft Friedrich Paravicini ein Schifferklavier aus dem Ärmel hervor. Allie Parkers E-Gitarre klingt einzeln sehr metallisch, auf eine sehr true Weise, seine Stimme deckt diesen Effekt weg. In manchen Songs nach persönlichem Wohlempfinden zu hoch, in anderen genau richtig. Und Digger zupft vehement seine Saiten, vornehmlich die beiden nebeneinander liegenden rechts außen im Wechsel, manchmal verpaßt er seinem Trommelersatz einen Schnörkel und bezieht die nebanliegende Dritte in den Lauf mit ein. Nach jedem Lied ein Getummel auf der Bühne bis jeder das Instrument seiner Wahl hat. Die Spannung auf das sehnsüchtig erwartete Glockenspiel wird endlos hinausgezögert. Die ersten beiden Diggerlieder, zum ersten Mal live nicht im Solo. Die metallisch ertönende Gitarre von Allie Parker führt die Melodie, Digger schrammt oder zupft, und singt. Singt. Für Friedrich Paravicinis erstes Stück begibt er sich endlich an das Xylophon. Augen strahlen. Besser als Weltraumorgel, egal ob die Töne einzeln in größeren Abständen geklöppelt werden oder wild durcheinanderspringen. Dazu ein westernszenarieskes Pfeifen. Großartig, oh wie ist das großartig. Später wird sein zweites Stück auf einen Pariser Platz entführen, und man fühlt genau das, es ist Sommer, und man sitzt auf einem idyllisiert kleinen behaglichen Platz im blättrigen Schatten während das Straßenleben um einen herum vor sich hin geschieht. Ein jedes Lied scheint eine genau ausgesuchte Klangfarbe jeder einzelnen Instrumentengruppe zu erfordern, so dass von Klarpiano zu Saloonklimperei, oder auch in Kombination während Saloonist Paravicini gleichzeitig seelenzerreißend eine Mundharmonika spielt und mit seiner dritten Hand eine Schüttelnuss errascheln läßt, von E-Gitarre zu Banjo, von Kontrabass zu E-Bass gewechselt wird. Und eben das Cello, und das Xylophon. Wer hätte gedacht dass es sich dabei um die eigentlichen, wahren Westerninstrumente handelt. Und wie hätte man erhoffen können, dass unter anderem genau die Lieder nun von außen an das Gehör herantreten, die seit Tagen als wäre der Schädel eine Klangschale von einer Seite zur anderen hin und hergeschickt wiederhallen. It’s gonna be a long road. And it’s gonna be tough. Man muss keinen Pilger im Blut haben, um sich gemächlich erheben und einfach losspazieren zu wollen. Nachdem man den Song zuende gehört hat natürlich erst, und während er im Kopf immerzu weiterklingt.

Kommentar schreiben »

Einar Stray ::: Me and My Drummer | 10.05.13 | Parkbühne Geyserhaus

Ein neuer Ort. Musik umgeben von grünem Geblätter und Vogelgezwitscher. In den Facebookkommentaren wird unter die Fotografie des Aufbaus die Frage gesetzt ob es sich um ein Kurkonzert handle. Und wirklich allzu reizend leicht zu verklären sieht die kleine gelb gestrichene Gebäudegruppe mit den märchenhaushaft abgerundeten Ecken und Förmchen aus, die die Kulisse für die Bühne bildet. Davor ein kleines sacht ansteigendes Halbrund mit Sitzbänken auf denen man sich ungedrängt niederlassen kann. Man hat eine abgeschiedene Welt betreten.

Es ist mehr oder minder Frühling. Die Vögel kreisen, flattern und tirilieren nach langem Warten ausgelassen um ihn herum, ekstatisch, hingebungsvoll, voll Glück durchsegeln sie die regenfrische Luft. Wilde Verehrung und Anbetung. Das Glück des Lebens kaum auszuhalten für so eine kleine Seele.
Und nicht minder möchte das Herz mit ihnen um die Bühne flattern und kreisen wenn die Musik von Einar Stray in diesem grünen Idyll bei wunderbar die Umgebung ausfüllender Akustik unter freiem Himmel erklingt.

» Weiterlesen

Kommentar schreiben »

Dirty Old Town | 6.04.13 | Horns Erben

Eine sich rasant entwickelnde Süchtigkeit hat sich innerhalb weniger Stunden vom ersten Hörkontakt an derart im Geist eingenistet, und ihn unter gehherrschende Kontrolle gebracht, dass es dem Körper unumwindbar wurde die Wohnstadt Freitag abends zu verlassen und sich ins Horns zu begeben. Ausgang des Suchtviruses war das digitale Netzwerk, der von sozialen Kontakten dankenswert befeuert schnell weitere Verbreitung fand, und so auch uns erwischte. Ein nebenbei bemerkt heutzutage immer häufiger zu beobachtendes Phänomen. Doch um die Erforschung dessen sollen sich die Soziologen bemühen.

Dirty Old Town. Sind diese Songs eingängig. Popschön glänzend und americanatief triefend und schwer. In der digitalen Aufzeichnung polierter Retrostil der sofort an Vishnu denken läßt. Behaglich zum Durchatmen, Durchstrecken. Und ziemlich cool. Songs die unter dem Signet musikalischer Helden wie Young, Dylan, Black Rebel Motor Cycle Club und den Doors stehen.

Wo nimmt Morten Christensen sie her? Einen absoluten Treffer auf einem Album zu landen mag angehen. Fünf Treffer auf einer EP mit Fünf Songs. Hier scheint es sich doch eher um einen Djevelens Deal zu handeln. Zumal es in jedweder Erinnerung sechs Songs waren, dessen einer auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Menschen mit dem Vornamen Morten werden ja gerne abwechselnd von ihm und vom Mann mit dem Grashalmschneidwerkzeug requiriert.

» Weiterlesen

Kommentar schreiben »

Ribozyme ::: And You Will Know Us By The Trail Of Dead | 30.03.13 | Conne Island

Vorausschickend dass seit dem Rolling Stone Weekender kein bassorientiertes Konzert mehr besucht worden ist. Das war im November. Nun ist es Ende März, und die Verzückung sogleich in den ersten Klängen von Ribozyme vor allem dies eine, den Bass, wahrzunehmen, nicht fade wummernd, sondern in diskreter wohltuend durchdringender Pracht, ist wohl verständlich.

» Weiterlesen

Kommentar schreiben »

Me And My Drummer ::: Enno Bunger | 7.02.13 | Werk II

Vor beinahe einem Jahr waren Me and My Drummer als Vorband von Einar Stray im UT Connewitz zu sehen, und haben die Wände vor der Welt klangweit werden lassen. Diesmal sind sie und Enno Bunger im Rahmen der TV noir Konzertabende im Werk II zu Gast, es wurde bestuhlt und wohlig geheizt, schließlich soll ein Hauch Wohnzimmer die Veranstaltungsreihe begleiten. Die Ruhe, der Zauber, das Glück und die leichte Konzentration in der man der Musik von Me and My Drummer folgen kann sind vom letzten Konzert noch fühlbar bekannt, und so tapst man ohne Neugier nur entspannt durch die dunklen endlosen Wohnzimmerklappstuhlreihen um aufmerksam zu genießen, wieder bereit ins Schwärmen zu geraten, nur eine kleine Neugier stietzt in der Ecke.

Enno Bunger beginnt den Abend. Sein E-Piano erinnert im schönen Klang an Einar Strays, oh Freude, Klavier. Seine Stimme wie ein Ruf aus der Vergangenheit in der man viel Kante und Kettkar hörte. Im Klang und in der von den anderen Instrumenten abgesetzten Platzierung. Zwischen ihm und Me and My Drummer kann so ein Abend in einer Wohnhalle gerne dahinplätschern. Während seines Spiels sitzen Me and My Drummer auf dem Sofa, so wie sie es nun wohl schon seit Abenden tun, und man verfällt in Gedanken, wie es sein mag, Abend für Abend auf demselben Sofa, wie ein Deja Vu, dieselben Stücke der begleitenden Band zu hören. Ein bisschen wie Kirchgang?

» Weiterlesen

Kommentar schreiben »

Budzillus | 15.12.12 | Horns Erben

Grrrrrog und Budzillus. Eine wilde Mischung. Wie damals und ehedem. Und die Leuchtreklame am Horns Erben strahlt in altem orangenem Glanz auf die umliegenden Wohnhausfassaden.

Kommentar schreiben »

Dresden im Schneenebel und Moneybrother in der Scheune | 9.12.12

Die schon wieder. Warum nicht?

Jean Luc schwebt mit Impulsantrieb durch dichten Nebel. Von Leipzig nach Dresden. Doch davon sieht man nichts, er könnte sich überall befinden, außer Schnee am Boden und Nebel in allen anderen Dimensionen ist keine Materie sichtbar. Schließlich meldet der Radar ein Tal vor uns und aus der Abwärtsbewegung schließen wir, dass wir uns auf direkter Landefahrt befinden. Der Nebel wird dünner und nachdem die Randzonen hinter uns liegen, ragen vor dem bewundernden Blick von Dame C einzelne Türme, Giebel und Prunk aus dem Nebel weich umfangen hervor, und tauchen hinter uns wieder in ihn ein.

» Weiterlesen

Kommentar schreiben »