Godspeed You! Black Emperor | 5.08.13 & 6.08.13 | UT Connewitz

Werte Dame C., ich habe von Ihnen geträumt!

Wir standen am Küchenfenster des Paul-Gruner-Institutes, und mein Blick ging glücklich über den weiten tiefblauen See hinweg. Ich teilte Ihnen mit, wie sehr mir die Aussicht aus Ihrem Küchenfenster gefällt, wie grandios es ist, auf diesen wunderbaren marineblauen See zu schauen, auf dem sommerliches Getummel herrscht. Nicht weit vom Fenster trieb aufrecht eine kleine Gruppe in Tauchkleidung im Wasser, einen kleinen Kreis um einen Strudel bildend, ihrem Blick folgend erkannte man einen kleinen Orca, schwarzweiße Flecken im Wasser. Wir haben uns ekstatisch über diesen Anblick gefreut. Erst nach dem Aufwachen wurde mir klar, dass es ja gar kein See ist, den man von Ihrem Fenster aus sieht, sondern dass der Blick auf das Meer geht …

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Mister Barnes in the House

His name is Digger
and he’s hanging ’round our door,
nobody knows
what he’s looking for

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Bemustert ::: Rue Royal, Remedies Ahead; Sinnbus Records

opulent verträumte schönheit für tage an denen die welt wie honig fließt

Ein Lied. Eine Einladung. Band- und Albumname strahlen in ihrer Verbindung gediegene Verträumtheit aus. Das Lied hat in seiner Art etwas von einem Abenteuergang in wilder Natur, jede Stelle ein kleines Universum für sich. Der ganze Hintergrund so vielschichtig und abwechslungsreich mit Klängen angereichert und durchsetzt, alles so leichthin ineinander verschwebend, dass meine leichte Elektrophobie mühelos von meiner Neugier überwunden wird. Set Out To Discover.

Set Out To Discover auf Soundcloud

Alike Mumford and Sons, Azure Ray, Last Unicorn, Therese Aune, Talking to Turtles, Janove Ottesen, das Unterwasserweltgefühl der Shins

01 Changed My Grip zweifacher Gesang wie ein samtweiches Band, dazwischen werkelt, klopft, klackert, drumst und klavierklirrt es in ruhevoller Inszenierung, schlägt dabei aufs Herz und tänzelt froh auf dem Gemüt. Behangen behäbig gemütlicher Sommertag. Die Zeit fließt träge wie Honig. Wohlgefühl das aus dem herben Geräusch einer Gitarre, dumpfen Bassschlägen und dem süßen Klang von Stimmen entsteht. Unscheinbar elektronisch akzentuiert   02 Set Out To Discover schlichter Beginn, durch die Weite streifende Stimmen, und dann (dieser traumhafte Drive) setzen die Stimmen und Instrumente ein, nehmen Fahrt auf, wie das endlose Luftanhalten am höchsten Punkt einer Achterbahn, zum Ausstrecken und Augen schließen schön legen sich einzelne hohe Pfeiftöne und sachtes Quietschen wie sanftes Schlingen oder Vogelgezwirr ums Gehör   03 Tiny Parcels verzückendes Elfenland, verspielt, Zauberhand, einzelne Geräusche sprießen wie exotische Pflanzen aus dem Boden. Es stellt sich etwas aus der Erinnerung ein. Proust stellt fest, dass ein Leser durch jedes Buch wie in einem Spiegel in sich selbst liest. Musik lotet gleichfalls das Innere aus, und fördert wenn auch nicht immer eine Erkenntnis dann doch oft eine Erinnerung an die Oberfläche. Die Vergangenheit glimmt auf, das kindheitsbegeisterte Gefühl am Anleger Bensersiel in Wartestellung die Titelmelodie von The Last Unicorn zu hören. Es wird unter anderem an der Stimmverwandtheit des Sängers festgemacht. Ein überaus schöner und beruhigender Klang   04 Pull Me Like A String die Gitarre zeichnet einen weiten Hintergrund auf, die Stimme des Sängers erzählt, leicht brüchig, dann fliegen beide Stimmen umeinander, Plattensprung, hell übereinander abgerissene Silbenklänge, es endet, ein sehr zufriedenes Gefühl hinterlassend, auf immer weiter auseinandergebreiteten sachte rumsenden und krachenden Geräuschen   05 Dark Cloud Canopies leise, Melancholie verschlungene Melodie, wie ein Spaziergang im Herbst am Fluß, einer Wiese, durch einen Wald, wenn man in dieser Stimmung ist   06 Almost Ghostly zeigt solides Americanahandwerk, die Drums klingen hin und wieder vereinzelt wie die zufälligen Geräusche aus einer Küche in der gerade Töpfe bereitgestellt oder beiseitegeräumt werden und bereiten so eine gemütliche Zuhauseatmosphäre. Gut wenn man in seiner Küche Gäste mit der passenden Stimmgabe dafür sitzen hat   07 Carving Up Islands erinnert ein My an Ottesen. Dahinplätschernde Gitarre, langsam doch ausladend geschwungene Gesangbögen, nichts weiter   08 Shouldn’t Have Closed My Eyes hier passiert was, einiges, aufgewühlt, ein Signal zum Aufbruch. Ziehender Gesang. Ein Elektroeffekt wie ein Herzklopfen. Bass Beat. Eine Hymne   09 Settle In, Settle Down Schlummertaste drücken. Ein neues Lied. Nur nochmal kurz. Gezupfte Gitarre, liebliche Frauenstimme, wabernde Musik, Erinnerungen an die kaum je gehörten Azure Ray, die man aber gerade vor zwei Tagen wie neu entdeckt hat, und der Tag geht dahin   10 Try As They Might bewundere vor allem die selbst so schwer zu spielende Weichheit, in diesem Fall der Gitarren, der Stimmen, und noch schöner, diese weichen Töne, vor, nach und während lauter Krachsstellen, vorantreibenden Sound, Beats, im Wechsel mit einem aufschwebenden weit ausholenden Oh-oh-oh, und dazwischen eingesprengselte auf- und abplingernde Klangketten   11 Brought Up Somewhere Else das antizipierte Spazierganggefühl ist verschwunden. Auch die Annahme das Album wie einen Spiegel zu hören verflogen. Hitzendes Pulsieren geschlossener übermüdeter Augenlieder im hellen Vormittag nach übermüdeter Nacht, nervös, flimmernd, die Welt dreht sich, in einem verdrehten Walzertakt, flackern, innerlich aufgewühlt doch Ruhe sehnend, Herzschläge, sich kurz hintereinander weg auftürmende Ah-ah-ahs, das Lied gleitet in das nächste hinein   12 Every Little Step wahntolles Getrommel, ihre Stimme, verhalten, vorangetrieben, wird gebremst werden, still stehen, wieder weiterschweben, immer noch das Gefühl eines aufwachenden Mittags, die Augenlieder flattern weiter, die Trommeln hallen weiter, und der Silbengesang formt ein Wiegenlied, die Hand tastet blind auf die Schlummertaste. Nur noch einmal hören. Dann beginne ich den Tag.

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Neurosis | 2.07.13 | UT Connewitz

Terra Tenebrosa. Ein gellender knochendurchdringender und markgefrierender Schrei trillert aus der Fratzenmaske des Sängers. Das ist der Anfang und der Höhepunkt. Die anderen Mitglieder der Band sind ebenfalls äußerst venedisch und fein anzusehen, haben sich in dunkle Kutten gehüllt und feindurchsichtiges Tuch um ihre Köpfe gehüllt. So ein bisschen wie Tuareg, nur ohne Sehschlitz. Es ist ordentlich laut, gibt ordentlich viel Gitarre, der Sänger deklamiert. Doch zuckelt es, gewollt, sicherlich, mehr oder minder in gleichbleibenden Tempo dahin. Nur ein Lied gibt etwas mehr Schwung, der Schlagzeugvermummte gibt mit einem schnellen Lauf über die Highhats die Geschwindigkeit vor, die anderen Mummenschanzen jagen hinterher.

Neurosis, die Halbgötter sind wieder auf der Bühne, ein Festtag wie vor zwei Jahren. Gewaltig, krachend, laut, melodiös, kann der ganze Sound mit einem Mal so herzerweichend sanft werden, wie die Stimme von Angelo Badalamenti wenn er davon erzählt wie David Lynch bei ihm war, damals, um mit ihm die Titelmelodie für Twin Peaks zu erschaffen, und das Herz möchte einem übergehen vor süßem Glücksgefühl. Der Tastenknecht haut wieder mit Inbrunst auf seine Werkbänke ein, die wankend übereinander mit einem Eisengestell verschraubt sind. Etwa nach dem dritten Lied muss er einen Schraubenzieher zücken, um seine Boards schreiten und, von einer kleinen Minileuchte irgendwo an seinem Kopf erhellt, das Gestell wieder fachmännisch festzurren. Auch dies ein herzergreifender Augenblick, in einem Konzert, dass diesmal zwar ohne Zugabe, und ohne Dreimanntrommelkunst auskommen muss, aber trotzdem kein Sehnen offen lässt.

Und nur für den Fall, man wäre an diesem Abend unsäglich, keinesfalls botmäßig, zutiefst bedauerlich jenseits menschlicher Vorstellungskraft zu erschlagen, himmelschreiend müde, unbrauchbar matt gewesen, um das Konzert gebührlich auszukosten, könnte man sich sicherlich folgenden Konzert-Proshot aus Paris zum Nachträumen genieserisch in den Gehörgang drehen. Ja, dies wäre durchaus zu empfehlen.

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Digger Barnes, Allie Parker & Friedrich Paravicini ::: 21.06.13 | UT Connewitz

Tage vorher hallen die Songs auf dem Trommelfell wieder wie Geister. Denn ihre Quelle ist das Innen, nicht das Außen. Vorfreude darauf wieder den Geschichten, den bekannten Geschichten, doch das ist egal, man möchte sie trotzdem immer wieder von Neuem von Digger Barnes erzählt bekommen, Gehör und Seele zu widmen. Nichtsdestotrotz auch Freude, dass es nicht Runde 3 der Diamond Road Show ist, sondern ein neuer Blend den Abend bestimmen wird und einen Hauch Abwechslung im Wohlgeliebten verspricht. Das Innere des UT verstrahlt wieder behagliche Dunkelheit rund um die glimmend beleuchtete Bühne, auf der das umfangreiche Instrumentarium aufgestellt ist. Ein Konzertxylophon zieht die Hauptblicke auf sich. Daneben 2 Tastenboards, ein Cello, diverse weitere Saiteninstrumente, ganz hinten tapst gerade noch ein Kontrabass auf die Bühne der bisher nicht wahrgenommen wurde, kein Schlagzeug. Klang des Konzertxylophons mit den orgelstrahlenden herunterhängenden Pfeifen wird gedanklich antizipiert. Erstes Lied von Allie Parker wird widererkannt. Digger am Kontrabass wirkt vollkommen anders als Digger im Zentrum des Geschehens. Er ist jetzt Bassspieler, jedes Quentchen von ihm, durch und durch. Bisher unentdeckt lupft Friedrich Paravicini ein Schifferklavier aus dem Ärmel hervor. Allie Parkers E-Gitarre klingt einzeln sehr metallisch, auf eine sehr true Weise, seine Stimme deckt diesen Effekt weg. In manchen Songs nach persönlichem Wohlempfinden zu hoch, in anderen genau richtig. Und Digger zupft vehement seine Saiten, vornehmlich die beiden nebeneinander liegenden rechts außen im Wechsel, manchmal verpaßt er seinem Trommelersatz einen Schnörkel und bezieht die nebanliegende Dritte in den Lauf mit ein. Nach jedem Lied ein Getummel auf der Bühne bis jeder das Instrument seiner Wahl hat. Die Spannung auf das sehnsüchtig erwartete Glockenspiel wird endlos hinausgezögert. Die ersten beiden Diggerlieder, zum ersten Mal live nicht im Solo. Die metallisch ertönende Gitarre von Allie Parker führt die Melodie, Digger schrammt oder zupft, und singt. Singt. Für Friedrich Paravicinis erstes Stück begibt er sich endlich an das Xylophon. Augen strahlen. Besser als Weltraumorgel, egal ob die Töne einzeln in größeren Abständen geklöppelt werden oder wild durcheinanderspringen. Dazu ein westernszenarieskes Pfeifen. Großartig, oh wie ist das großartig. Später wird sein zweites Stück auf einen Pariser Platz entführen, und man fühlt genau das, es ist Sommer, und man sitzt auf einem idyllisiert kleinen behaglichen Platz im blättrigen Schatten während das Straßenleben um einen herum vor sich hin geschieht. Ein jedes Lied scheint eine genau ausgesuchte Klangfarbe jeder einzelnen Instrumentengruppe zu erfordern, so dass von Klarpiano zu Saloonklimperei, oder auch in Kombination während Saloonist Paravicini gleichzeitig seelenzerreißend eine Mundharmonika spielt und mit seiner dritten Hand eine Schüttelnuss errascheln läßt, von E-Gitarre zu Banjo, von Kontrabass zu E-Bass gewechselt wird. Und eben das Cello, und das Xylophon. Wer hätte gedacht dass es sich dabei um die eigentlichen, wahren Westerninstrumente handelt. Und wie hätte man erhoffen können, dass unter anderem genau die Lieder nun von außen an das Gehör herantreten, die seit Tagen als wäre der Schädel eine Klangschale von einer Seite zur anderen hin und hergeschickt wiederhallen. It’s gonna be a long road. And it’s gonna be tough. Man muss keinen Pilger im Blut haben, um sich gemächlich erheben und einfach losspazieren zu wollen. Nachdem man den Song zuende gehört hat natürlich erst, und während er im Kopf immerzu weiterklingt.

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Expedition langes Eiland | 24.05 bis 2.06 | V

ein unmöglicher Forschungsbericht fantasiebegeisterter Dilettanten

IIIIIIIVVVIVIIVIII

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Dienstag. Haben bei einem Kapitän am Hafen ein Schiff für eine Expedition zu den Seehundbänken klar gemacht. Das Wetter an diesem Tag ist hierzu geradezu herausfordernd hervorragend geeignet. Finden uns Achtern auf den Außenbänken ein, und installieren unsere Beobachtungsgeräte. Bei glitzerndem Sonnenschein legt die MS Flinthörn ab.

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Expedition langes Eiland | 24.05 bis 2.06 | IV

ein unmöglicher Forschungsbericht fantasiebegeisterter Dilettanten

IIIIIIIVVVIVIIVIII

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Montag. Auf dem Weg zum Nordstand. Begegnen diversen Vertretern anderer Spezies auf den Trottoirs. Am Strand thermische Versuche mittels Drachensteigen. Aus Frust über kaum vorhandene Steinfunde beginnen wir Boccia zu spielen. Auf dem Rückweg wird vom Abenteurer ein riesiges Steinvorkommen für uns entdeckt, das das zurückweichende Wasser freigegeben hat. Können unser plötzliches Glück mit den Händen kaum halten. Wiederum wundersame Sandformationen. Für diese erhabenen Augenblicke der bloßen Naturschau schlägt das Naturforscherherz. Und dazu diese von Brandungsaerosolen satte Luft!

Abends eingehende Analyse der gemachten Funde bis in die späte Nacht. Quintessenz: Es handelt sich um verschiedenartige Steine.

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Expedition langes Eiland | 24.05 bis 2.06 | III

ein unmöglicher Forschungsbericht fantasiebegeisterter Dilettanten

IIIIIIIVVVIVIIVIII

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Sonntag. Ich erwache wie gewohnt früh, leider als einzige, meine Mitreisenden liegen noch in der Umarmung des Schlafs. Hatte eigentlich erwartet den unermüdlichen Institutsleiter im Aufenthaltsraum, mit seinen Aufzeichnungen beschäftigt, anzutreffen. Regen hat nachgelassen, Himmel immer noch grau doch lichtig durchsetzt, sieht noch freundlicher grau verhangen aus als gestern, Bebauung immer noch Backstein, Gartenvögel zwitschern fidel von den Büschen, nur hin und wieder fliegt das Gekrahh einer Möwe darüber. Es zieht mich zum Meer, doch die strenge und unmißverständlich verfasste Instituts-Etikette verlangt dass der erste Gang dorthin gemeinsam unternommen wird. Nähere mich fast gefährlich bereits dem ersten Forschungsziel: Untersuchungen zu Entstehung, Verlauf und sich daraus entwickelnder Auflösungsstrategien der Langeweile (österr. Fadesse) beim Homo Sapiens. Durch das Festhalten der gestrigen Anreise kann ich der Langeweile gerade noch entrinnen. Rollkoffergeräusche schieben sich in meine Aufmerksamkeit, vermeine seit Stunden nichts anderes zu hören. Was für ein Getummel. Werde wieder müde. Höre ich von hier das Meer rauschen oder entspringt dies meiner schläfrigen Phantasie? Man spricht hierbei wohl von fantastischem Gehör.

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Expedition langes Eiland | 24.05 bis 2.06 | II

ein unmöglicher Forschungsbericht fantasiebegeisterter Dilettanten

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Samstag. Die Mitglieder des Institutes Göritz versammeln sich frühmorgens auf den Bahnsteigen des Leipziger Bahnhauptgebäudes. Der Wind weht bei eisiger Witterung, klirrende Kälte, doch in den Herzen der Expeditionsteilnehmer schlägt allein in wissenschaftlicher Begeisterung die Vorfreude auf die zahlreichen Entdeckungen. Die Stimmung ist gehoben. Noch weiter, weiter nach Norden, arktische Bedingungen werden unser sicherlich harren und unsere Tapferkeit einer harten Prüfung unterstellen.

An dieser Stelle ist es wohl üblich ein paar Worte über die Ausrüstung zu verlieren. Als Leichtforscher haben wir uns mit unserem Gepäck natürlich sehr zurückgehalten. Lediglich den Wagen 9 der transnordischen Eisenbahn haben wir dafür reserviert, und ganz knapp passt auch alles hinein. In unserem Gepäck befindet sich: diverse Fachliteratur, Mikroskope, die natürlich enorm empfindlich sind und dementsprechend gut gelagert und daher in mannshohe Sperrholzkisten ausgepolstert verpackt wurden, Kameras, ein Fernglas, eigene Aufzeichnungen die in Vorbereitung der Expedition getätigt wurden, der zu erwartenden Witterung gemäßes Schuhwerk und andere Bekleidung, Kompaß, Landvermessungsgeräte, und das Noob, unsere androide Quotenlebensform … und Verpflegung die uns über die lange und beschwerliche Anfahrt am Leben erhalten soll. Im Ort wollen wir uns dann neu eindecken. Der Institutsleiter hält weiter an seinem Vorhaben fest dass allein vor Ort die besten Fischernerzstiefel zu bekommen seien, jahrtausendealte Tradition und Erfahrung, und er es unsinnig findet sich mit sicherlich schlechter verarbeiteter Ware bereits auf dem Festland einzudecken.

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Expedition langes Eiland | 24.05 bis 2.06 | I

ein unmöglicher Forschungsbericht fantasiebegeisterter Dilettanten

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Praeambel. Ich weiß jetzt was auf meinem Notfallschild für den Schweigetag stehen wird. Nicht Silentium, auch nicht Welttag der Stille.

Sondern: Schweigegelübde.

Vielleicht mach ich mir auch mehrere Schilder zum Durchwechseln und Austesten der verschiedenen Reaktionen.

Vorahnung. Wenn man nicht spricht werden die Stimmen im Kopf vermutlich unerträglich laut. Ein Tumult hin- und hereilender, sich gegenseitig aufwiegelnder Gedanken, eine Flut die nicht gestoppt werden kann.

Ich denke daher reden die Menschen so viel. Sie halten den Lärm in ihrem Kopf nicht aus. Flucht in die Äußerlichkeit.

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espanische Erlebnisse V

zu Besuch bei Whity und Miss Pili in Santiago, 26. Juli bis 3. August

Ich kann sehr gut und ausdrucksvoll leiden. Ohne mich zu sehr hervortun zu wollen, muss ich doch kundtun dass ich prägnant, anschaulich und eindrucksvoll leiden kann. Ich lasse auch gerne andere daran teilhaben. Anderen kommt kein Laut der Klage über die Lippen und sie rühmen sich deswegen. Eifersüchtig behalten sie ihr Leid für sich. Ertappt man sie dann doch nach Tagen in ihrer Maladheit, suhlen sie sich darin sich nicht beklagt zu haben. Stoisch. Stolz. Dabei fehlt es ihnen nur an Ausdrucksvergnügen und Fantasiestärke. Herr Walte zollt mir oft indirekt Bewunderung dafür. Schon aus dem kleinsten Weh kann ich sehr viel herausholen.

Nie krank zu sein … auf Reisen

Es ist eine besondere Kunst das Meiste aus dem Leiden herauszuholen, ich möchte fast sagen, Leiden als Kunstform.

Seit einigen Jahren bieten mir Flugreisen dazu wunderbare Gelegenheit.

Ich freue mich schon auf das nächste Mal das ich alleine reise um jemand vollkommen Fremden wortlos durch mein inzwischen angehäuftes Arsenal und Ritual beeindrucken und befremden zu können.

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Fotorunde ::: in alten Gleisen

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Fotorunde ::: Abtauchen am Eilsbrunner Riff

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Einar Stray ::: Me and My Drummer | 10.05.13 | Parkbühne Geyserhaus

Ein neuer Ort. Musik umgeben von grünem Geblätter und Vogelgezwitscher. In den Facebookkommentaren wird unter die Fotografie des Aufbaus die Frage gesetzt ob es sich um ein Kurkonzert handle. Und wirklich allzu reizend leicht zu verklären sieht die kleine gelb gestrichene Gebäudegruppe mit den märchenhaushaft abgerundeten Ecken und Förmchen aus, die die Kulisse für die Bühne bildet. Davor ein kleines sacht ansteigendes Halbrund mit Sitzbänken auf denen man sich ungedrängt niederlassen kann. Man hat eine abgeschiedene Welt betreten.

Es ist mehr oder minder Frühling. Die Vögel kreisen, flattern und tirilieren nach langem Warten ausgelassen um ihn herum, ekstatisch, hingebungsvoll, voll Glück durchsegeln sie die regenfrische Luft. Wilde Verehrung und Anbetung. Das Glück des Lebens kaum auszuhalten für so eine kleine Seele.
Und nicht minder möchte das Herz mit ihnen um die Bühne flattern und kreisen wenn die Musik von Einar Stray in diesem grünen Idyll bei wunderbar die Umgebung ausfüllender Akustik unter freiem Himmel erklingt.

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Dirty Old Town | 6.04.13 | Horns Erben

Eine sich rasant entwickelnde Süchtigkeit hat sich innerhalb weniger Stunden vom ersten Hörkontakt an derart im Geist eingenistet, und ihn unter gehherrschende Kontrolle gebracht, dass es dem Körper unumwindbar wurde die Wohnstadt Freitag abends zu verlassen und sich ins Horns zu begeben. Ausgang des Suchtviruses war das digitale Netzwerk, der von sozialen Kontakten dankenswert befeuert schnell weitere Verbreitung fand, und so auch uns erwischte. Ein nebenbei bemerkt heutzutage immer häufiger zu beobachtendes Phänomen. Doch um die Erforschung dessen sollen sich die Soziologen bemühen.

Dirty Old Town. Sind diese Songs eingängig. Popschön glänzend und americanatief triefend und schwer. In der digitalen Aufzeichnung polierter Retrostil der sofort an Vishnu denken läßt. Behaglich zum Durchatmen, Durchstrecken. Und ziemlich cool. Songs die unter dem Signet musikalischer Helden wie Young, Dylan, Black Rebel Motor Cycle Club und den Doors stehen.

Wo nimmt Morten Christensen sie her? Einen absoluten Treffer auf einem Album zu landen mag angehen. Fünf Treffer auf einer EP mit Fünf Songs. Hier scheint es sich doch eher um einen Djevelens Deal zu handeln. Zumal es in jedweder Erinnerung sechs Songs waren, dessen einer auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Menschen mit dem Vornamen Morten werden ja gerne abwechselnd von ihm und vom Mann mit dem Grashalmschneidwerkzeug requiriert.

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